Fukushima: Ex-Tepco-Manager wegen Nuklearkatastrophe vor Gericht
Sechs Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima hat der Prozess gegen Manager des Energiekonzerns Tepco begonnen. Ihnen wird Fahrlässigkeit mit Todesfolge vorgeworfen.
Mehr als sechs Jahre
nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat der Gerichtsprozess gegen die drei ehemaligen Manager
des japanischen Kraftwerkbetreibers Tepco begonnen. Sie werden
beschuldigt, die Gefahr eines Tsunamis unterschätzt zu haben und
dadurch schuldig an der Nuklearkatastrophe vom März 2011 zu sein.
Die
Staatsanwaltschaft wirft dem damalige Tepco-Vorstandsvorsitzenden
Tsunehisa Katsumata und zwei weiteren Verantwortlichen Fahrlässigkeit
mit Todesfolge vor. Demnach hätten die Angeklagten das
Risiko eines verheerenden Tsunamis vorhersehen können. Der Staatsanwaltschaft zufolge nahmen die
damaligen Manager an Konferenzen teil, bei denen Experten das
erhöhte Tsunami-Risiko vor der Küste von Fukushima darlegten.
Den Managern hätten zudem Studien vorgelegen,
wonach eine zehn Meter hohe Tsunami-Welle in dem Kraftwerk zu einem
Stromausfall und schweren Folgen führen könne. "Wenn sie ihre
Verantwortung wahrgenommen hätten, wäre der Unfall nie passiert",
sagte der Staatsanwalt.
Die drei Manager
plädierten auf unschuldig. "Es war unmöglich, den Unfall
vorherzusehen", sagte Katsumata vor Gericht. Katsumata
entschuldigte sich außerdem "für die enormen Probleme für die
Bewohner der Region und im ganzen Land".
Kein Urteil vor 2018
Es hatte mehr als
fünf Jahre gedauert, die Manager vor ein Strafgericht zu bringen.
Die Staatsanwaltschaft hatte sich zuvor unter Verweis auf mangelnde
Beweise und geringe Erfolgsaussichten zweimal geweigert, die Manager
anzuklagen. Ein Ausschuss zur Überprüfung von Justizentscheidungen
ordnete jedoch 2015 ein Verfahren gegen die drei Männer im Alter
zwischen 66 und 77 Jahren an. Sie sind die einzigen Menschen, die
wegen des Atomunglücks strafrechtlich zur Verantwortung gezogen
werden.
Den Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren
oder eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Yen (7.800 Euro). Mit
einem Urteil wird nicht vor nächstem Jahr gerechnet. Nach Schätzungen des Betreiberkonzerns wird es noch 30 bis 40 Jahre dauern, bis die
Atomruine endgültig gesichert und stillgelegt ist.
Im März hatte ein Bezirksgericht in Maebashi nördlich von Tokio entschieden, dass die japanische Regierung und der Stromversorgungskonzern Tepco Entschädigungen an mehr als 60 Betroffene der Nuklearkatastrophe zahlen müssen. Das Gericht sprach den Klägern
Entschädigungszahlungen in Höhe von
umgerechnet insgesamt knapp 317.000 Euro zu. Der Staat und die Betreiberfirma des Atomkraftwerks hätten fahrlässig
gehandelt, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Staat trage eine Mitschuld an dem Unglück, das vermeidbar gewesen wäre.
Im Atomkraftwerk von Fukushima war infolge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis am 11. März 2011
das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur
Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe
zerstört, das Gebiet im weiten Umkreis wurde radioaktiv verseucht
und ist bis heute unbewohnbar. Durch das Erdbeben und die meterhohe
Flutwelle waren rund 18.500 Menschen ums Leben gekommen. In der Folge des
Atomunglücks gab es offiziell keine Todesfälle.
Mehr als sechs Jahre
nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat der Gerichtsprozess gegen die drei ehemaligen Manager
des japanischen Kraftwerkbetreibers Tepco begonnen. Sie werden
beschuldigt, die Gefahr eines Tsunamis unterschätzt zu haben und
dadurch schuldig an der Nuklearkatastrophe vom März 2011 zu sein.
Die
Staatsanwaltschaft wirft dem damalige Tepco-Vorstandsvorsitzenden
Tsunehisa Katsumata und zwei weiteren Verantwortlichen Fahrlässigkeit
mit Todesfolge vor. Demnach hätten die Angeklagten das
Risiko eines verheerenden Tsunamis vorhersehen können. Der Staatsanwaltschaft zufolge nahmen die
damaligen Manager an Konferenzen teil, bei denen Experten das
erhöhte Tsunami-Risiko vor der Küste von Fukushima darlegten.