Nach den Terroranschlägen in Manchester und London vermelden die britischen Sicherheitskräfte weitere Festnahmen: Drei Männer seien im Zusammenhang mit dem Anschlag auf der London Bridge im östlichen Stadtteil Ilford festgenommen worden. Zwei von ihnen stünden im Verdacht, Terrorakte vorbereitet zu haben, bei dem dritten gehe es um Drogenbesitz und Drogenhandel. Laut der Polizei handelt es sich um Männer im Alter von 27, 29 und 33 Jahren.

Ilford liegt in der Nähe des Londoner Stadtteils Barking, wo zwei der drei Attentäter lebten. In der Nacht gab es dort weitere Durchsuchungen in einem Wohnkomplex und bei einer Geschäftsadresse.

Kurz zuvor hatte die Polizei in Manchester via Twitter über die Festnahme eines 20-Jährigen informiert. Der Mann habe sich im Zusammenhang mit dem Anschlag selbst den Behörden gestellt, hieß es. Damit wurden bereits 21 Verdächtige festgenommen, die meisten sind inzwischen aber wieder frei.

In Manchester hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen getötet, viele waren Jugendliche. Bei den Angriffen auf der London Bridge und direkt danach am Borough Market töteten drei Terroristen acht Menschen, bevor sie von der Polizei erschossen wurden. Bei beiden Anschlägen wurden zudem Dutzende Menschen verletzt.

Angriffe in London am 3. Juni 2017

Umfragen: klare Mehrheit für May

Am heutigen Donnerstag wählen die Briten ein neues Parlament. Die ohnehin strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden wegen der Abstimmung noch einmal verschärft.

Regierungschefin Theresa May, die nach den Attentaten vor allem wegen ihrer Einsparungen bei der Polizei Zustimmung verloren hatte, führte in den letzten Umfragen vor der Wahl wieder deutlich. Sechs am Tag vor der Wahl veröffentlichte Erhebungen zeigten, dass die Tories ihre derzeitige Mehrheit von 17 Sitzen im Parlament noch ausbauen könnten. Dies war Mays ursprüngliches Ziel: Sie wollte sich durch die im April überraschend ausgerufenen Neuwahlen für die Brexit-Verhandlungen mit der EU stärken lassen und Kritikern aus der eigenen Partei trotzen.

Bei einer Erhebung des Instituts ICM kommen die Tories auf 46 Prozent, während die sozialdemokratische Labour-Partei mit 34 Prozent rechnen kann. Dieser Vorsprung von zwölf Punkten würde May eine Mehrheit von 96 Sitzen im Parlament in Westminister sichern – deutlich mehr als jetzt.

Auch das Institut ComRes errechnet einen Vorsprung für die Tories, mit 74 Sitzen. Das würde ebenfalls für eine deutliche Mehrheit in Westminster reichen. Das britische Mehrheitswahlrecht macht Erhebungen schwierig und unzuverlässig.

Die Wahllokale schließen um 23 Uhr deutscher Zeit. Mit einem Ergebnis wird in der Nacht zum Freitag gerechnet.