Die konservative Partei von Großbritanniens Premierministerin Theresa May ist in der Unterhauswahl einer ersten Prognose zufolge stärkste Kraft geworden. In den Nachwahlbefragungen kommen die regierenden Tories demnach auf 314 der 650 Sitze. Damit würde May 17 Sitze verlieren und eine zur Alleinregierung notwendige absolute Mehrheit um 12 Sitze verfehlen.

Den Umfragen zufolge konnte die Labour Party 34 Sitze gewinnen und kommt auf 266 Sitze. Es folgen die Schottische Nationalpartei mit 34 Sitzen (-22) und die Liberaldemokraten mit 14 (+6). Plaid Cymru, die walische Partei, kommt auf drei Sitze, die Grünen auf einen Sitz. Die EU-skeptische UKIP-Partei geht laut Nachwahlbefragung leer aus.

Umfragen hatten Mays Tories durchgehend vorn gesehen, allerdings war ihr Vorsprung vor Herausforderer Jeremy Corbyn von der Labour Party in den vergangenen Wochen geschrumpft. Nach den Terroranschlägen in London und Manchester war May unter Druck geraten, weil in ihrer Amtszeit als Innenministerin Polizeistellen gestrichen worden waren. Auch ihre Vorschläge zur Sozialpolitik waren bei den Briten nicht gut angekommen.

Die vorgezogene Neuwahl hatte die Premierministerin im April überraschend angekündigt mit dem Ziel, sich mehr Rückendeckung für die anstehenden Brexit-Verhandlungen zu holen. Zu diesem Zeitpunkt lagen ihre Konservativen in Umfragen noch deutlich vor Labour.

Mit May als Premierministerin müsste sich die Europäische Union (EU) auf harte Brexit-Verhandlungen einstellen, die am 19. Juni beginnen sollen. Die Konservative betonte, Großbritannien werde die EU eher komplett ohne Einigung verlassen, als einen "schlechten Deal" zu akzeptieren.

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