Die israelische Armee hat mehrere Ziele in Syrien bombardiert, darunter zwei Panzer der Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Syrischen Armeekreisen zufolge sind dabei mehrere Zivilisten getötet worden. Demnach hat die israelische Luftwaffe bei dem Angriff unter anderem ein Wohnhaus getroffen.

Die israelische Armee hatte die Angriffe zuvor bestätigt, aber keine Angaben zu Opfern gemacht. Einem israelischen Armeesprecher zufolge war der Angriff mit einem Kampfflugzeug eine Reaktion auf syrischen Beschuss. So seien zuvor zehn Geschosse aus Syrien auf die von Israel besetzten Golanhöhen an der Grenze zwischen beiden Ländern abgefeuert worden.  

Laut der in Großbritannien ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind bei dem israelischen Luftangriff zwei syrische Soldaten getötet worden. Außerdem habe es in Kuneitra schwere Kämpfe zwischen Rebellen und den syrischen Regierungstruppen gegeben. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete ebenfalls von Toten, nannte aber keine Zahl. Die Agentur beschuldigte Israel, Rebellen zu unterstützen, die gegen Präsident Assad kämpfen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte jedem, der Israel angreife, mit schwerer Vergeltung. "Wir werden keinen Beschuss unseres Staatsgebietes dulden und wir werden ihn hart beantworten", zitierte sein Sprecher Ofir Gendelman den Ministerpräsidenten auf Twitter. Auch Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte, Israel werde "hart" und "entschlossen" auf derartige Vorfälle reagieren.

Die israelische Zeitung Ha'aretz zitierte aus einer Mitteilung des israelischen Militärs. Darin betonte die Armee, sie werde keine Aktionen dulden, die Israels Souveränität verletzten oder die Sicherheit seiner Bürger gefährdeten. Israel habe daher offiziell Protest bei der UN-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung auf den Golanhöhen (Undof ) eingelegt. Bewohner und Bauern in der Region rief die Armee der Zeitung zufolge dazu auf, das Grenzgebiet zu meiden.

Die Golanhöhen wurden bereits öfter von fehlgeleiteten Raketen oder Granaten getroffen, die von den Bürgerkriegsparteien in Syrien abgefeuert wurden. Laut Ha'aretz waren zuletzt Ende April drei Mörsergranaten aus Syrien auf den Golanhöhen explodiert. Es sei kein Schaden entstanden.

Israel hält auf den Golanhöhen seit dem Sechs-Tage-Krieg vom Juni 1967 ein 1.200 Quadratkilometer großes Gebiet besetzt. 1981 annektierte Israel das Gebiet, was von der internationalen Staatengemeinschaft nie anerkannt wurde. 510 Quadratkilometer der Golanhöhen sind unter syrischer Kontrolle. Die beiden Nachbarländer befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand.