Das FBI nimmt bei den Untersuchungen in der Russland-Affäre das nähere Umfeld von Donald Trump ins Visier. US-Sonderermittler Robert Mueller durchleuchtet laut Washington Post auch die Finanzen und Geschäftsbeziehungen von Jared Kushner, dem Berater und Schwiegersohn des US-Präsidenten. Die Ermittlungen seien Teil der Untersuchung einer Einmischung Russlands bei der amerikanischen Präsidentenwahl 2016, berichtet das Blatt unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Laut US-Medien hat Mueller die Ermittlungen inzwischen auf den Verdacht ausgeweitet, dass sich Trump persönlich der Justizbehinderung schuldig gemacht haben könnte. Trump weist die Vorwürfe zurück. Nun untersuchen FBI-Agenten der Zeitung zufolge auch die Finanzen anderer Trump-Vertrauter. Dazu gehören der ehemalige Sicherheitsberater Michael Flynn, Wahlkampfleiter Paul Manafort sowie der frühere außenpolitische Berater Carter Page.Amerikanische Medien hatten bereits im Mai berichtet, dass ein Treffen zwischen Kushner und dem russischen Botschafter Sergej Kisljak sowie ein Gespräch mit einem russischen Banker Gegenstand der Ermittlungen sind. Dass auch Kushners Geschäfte untersucht würden, sei zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen, schrieb die Washington Post.

Kushner, der mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, gilt als einer der engsten Vertrauten des Präsidenten. Er stammt aus einer New Yorker Unternehmerdynastie und leitete in der Vergangenheit die Immobiliengeschäfte seiner Familie.

Ein Anwalt Kushners sagte der Washington Post, es würde der gängigen Praxis entsprechen, "dass ein Sonderermittler finanzielle Unterlagen überprüft, um nach Verbindungen zu Russland zu suchen". Kushner habe sich dazu bereit erklärt, dem Kongress Auskunft über alles zu geben, was er zu Russland wisse. Er werde dasselbe bei jeder anderen Untersuchung tun.

Pence beauftragt erfahrenen Anwalt

Im Zuge der Ermittlungen in der Russland-Affäre beauftragte nach Trump nun auch sein Stellvertreter Mike Pence einen persönlichen Anwalt, ihn in dem Fall juristisch zu vertreten. Der Jurist Richard Cullen werde den Vizepräsidenten als externer Rechtsbeistand dabei unterstützen, Anfragen des unabhängigen Sonderermittlers zu beantworten, teilte ein Sprecher von Pence mit. Für die Kosten werde kein Geld aus der Staatskasse verwendet.

Der frühere US-Bundesanwalt Cullen hat langjährige Erfahrung im Umgang mit politischen Skandalen. Er war unter anderem bei der Aufklärung der Watergate-Affäre in den 1970er Jahren und im Iran-Contra-Skandal in den 1980er Jahren juristisch tätig. Pences Sprecher sagte, dass die politische Arbeit des Vizepräsidenten durch die Ermittlungen nicht beeinträchtigt werden solle: "Der Vizepräsident konzentriert sich ganz auf seine Pflichten, treibt die Agenda des Präsidenten voran und freut sich auf einen raschen Abschluss dieser Angelegenheit."