Kanada will seine Militärausgaben in den kommenden zehn Jahren deutlich anheben. Bis 2027 sollen mehr als 30 Milliarden kanadische Dollar zusätzlich ausgegeben werden. Der Verteidigungsetat steigt damit um rund 70 Prozent auf jährlich 32,7 Milliarden Dollar (rund 21,5 Milliarden Euro), teilte Verteidigungsminister Harjit Sajjan mit. "Wenn wir unsere Rolle in der Welt ernst nehmen, müssen wir die Investitionen in unser Militär ernst nehmen. Und das machen wir", sagte er.

Ein Großteil der Investitionen sei für die Beschaffung von 88 neuen Flugzeugen und 15 Kriegsschiffen vorgesehen, berichtet die kanadische Zeitung The Globe and Mail. Außerdem sollen 5.000 Streitkräfte und Reservisten zusätzlich rekrutiert werden. In den kommenden 20 Jahren plane die Regierung mit 62 Milliarden Dollar Mehrausgaben. Wie die Steigerung des Militärbudgets finanziert werden soll, erklärte Sajjan nicht.

Kanada will mit der Stärkung des Militärs auch die Präsenz in der Arktis steigern, berichtet Globe and Mail. Weite Teile des Landes liegen nördlich des Polarkreises, Kanada ist neben Russland der größte Anrainerstaat des Nordpols. Die kanadische Regierung will ihre Souveränität im Norden besser verteidigen, etwa gegen Grenzverletzungen russischer Kampfflugzeuge.

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt alle Nato-Mitglieder dazu aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Derzeit liegt Kanada deutlich darunter.