Das isolierte Golfemirat Katar ist im Konflikt mit seinen arabischen Nachbarstaaten zu einem Dialog bereit. Das sagte der Außenminister von Kuwait, Scheich Sabah al-Chaled al-Sabah, dessen Land in der Krise vermittelt. Außerdem würde Katar die Bürger Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains nicht des Landes verweisen, teilte die Regierung in Doha mit.

Auch die drei Golfstaaten deuteten in diesem Punkt ein Einlenken an. Sie seien bereit, einige Katarer aus humanitären Gründen nicht auszuweisen, erklärten sie. Ursprünglich hatten sie angeordnet, dass alle Bürger des kleinen Emirats ihre Länder bis zum 19. Juni verlassen müssten.

Saudi-Arabien und mehrere andere arabische Staaten werfen Katar vor, Terroristen zu finanzieren und ein zu enges Verhältnis zum Iran zu pflegen, der ihnen ebenfalls als Geldgeber von Extremisten in der Region gilt. Die Regierung in Doha weist die Vorwürfe zurück.  

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel sagte nach Gesprächen mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Katar, der Türkei, Iran und Kuwait, die Härte der Auseinandersetzung sei "dramatisch". In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung warnte Gabriel, es bestehe die Gefahr eines Kriegs. "Aber ich glaube, dass es auch gute Chancen gibt, voranzukommen", sagte der Außenminister.

Saudi-Arabien hat die einzige Landgrenze zu Katar geschlossen. Weil das Emirat über diese gewöhnlich einen Großteil seiner Lebensmittel importiert, wurden viele Grundnahrungsmittel knapp.

Doch der Iran unterstützt das isolierte Land seit Beginn der Krise mit Lebensmittellieferungen. Die nationale Fluggesellschaft wollte am Sonntag ihre bereits sechste Ladung Gemüse nach Doha fliegen, wie ein Sprecher mitteilte. 90 Tonnen seien bereits dort angekommen. An Bord von Booten sollten zudem 350 Tonnen Obst über den Persischen Golf nach Katar gebracht werden, berichteten iranische Medien. Auch die Türkei hilft Katar, indem sie Milchprodukte nach Doha liefert.