Die UN-Beobachtermission in Kolumbien hat die beinahe vollständige Entwaffnung der Farc-Rebellen erklärt. Die 6.800 Rebellen haben demnach alle 7.132 registrierten Waffen abgegeben. Lediglich eine kleine Anzahl Waffen zum eigenen Schutz verbleibt noch in der Hand der Rebellen, die derzeit in Camps den Übergang ins zivile Leben vorbereiten. Am Dienstag werden Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londoño in einem offiziellen Festakt in Mesetas den Abschluss der Waffenabgabe symbolisch besiegeln.

Die abgegebenen Waffen sollen eingeschmolzen werden, um aus dem Material Denkmäler für den Frieden zu errichten. Diese sollen in Kolumbien, am Sitz der Vereinten Nationen in New York und am Ort der Friedensverhandlungen in Havanna entstehen. Rebellenanführer Londoño alias "Timoschenko" hatte die Waffenabgabe zuvor als "Akt des Willens, des Mutes und der Hoffnung" bezeichnet.

Die entwaffneten Farc-Rebellen sollen nach den Bestimmungen des Friedensabkommens ins zivile Leben zurückkehren dürfen. Derzeit befinden sie sich in 26 "Friedenscamps". Weil sich der Bau dieser Camps verzögerte, konnte die für Ende Mai geplante Entwaffnung erst jetzt abgeschlossen werden.

Derzeit bereiten die Rebellen die Gründung einer neuen politischen Partei vor. Dieser Farc-Partei garantiert das Abkommen in den ersten Jahren zehn Sitze im kolumbianischen Kongress. "Heute treffen wir politische Entscheidungen und brauchen die Waffen nicht mehr", sagte Farc-Kommandeur Mauricio Jaramillo. Die linksgerichtete Farc-Guerilla fordert eine gerechtere Verteilung des Landes und tritt als Vertreter der armen Landbevölkerung auf.

Santos hatte im vergangenen Jahr für seine diplomatischen Bemühungen den Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Er hatte im November 2016 ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet, das den seit 1964 andauernden Konflikt mit den Rebellen beendete. Dabei waren mehr als 260.000 Menschen gestorben und sieben Millionen in die Flucht getrieben worden. Noch heute werden 60.000 Menschen vermisst.

Derzeit führt die Regierung Verhandlungen mit der kleineren ELN-Guerilla. Das ist die letzte aktive Guerillaorganisation in Kolumbien.