Russland hat seine Beitragszahlungen an den Europarat vorübergehend gestoppt. Man werde weitere elf Millionen Euro nicht nach Straßburg überweisen, sagte der russische Parlamentsvorsitzende, Wjatscheslaw Wolodin, der Agentur Interfax zufolge. Wörtlich sagte Wolodin demnach: "Wir haben die Überweisungen eingefroren." Russlands Außenminister Sergej Lawrow und die Vorsitzende des Föderationsrates, Valentina Matwijenko, hatten die Pläne bereits angekündigt.

Russland war nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im April 2014 das Stimmrecht in der Versammlung entzogen worden. Die russische Delegation nimmt seitdem nicht mehr an den Sitzungen teil. Russland ist seit 1996 Mitglied im Europarat, der keine EU-Institution ist. Der Europarat ist formell nicht mit der Europäischen Union verbunden und hat deshalb auch keine Befugnisse wie der Europäische Rat oder der Ministerrat der EU.

Der Europarat habe seit Längerem die Pläne für die Kürzung des russischen Beitrages in russischen Medien zur Kenntnis genommen, sagte der Sprecher des Europarates, Daniel Höltgen. "Wir können allerdings nicht bestätigen, dass die russischen Behörden den Europarat informiert haben." Ende Juni läuft die Zahlungsfrist für die Mitgliedsstaaten ab.