Die niederländische Justiz wird nicht wegen islamfeindlicher Äußerungen gegen Geert Wilders vorgehen. Damit lehnte die Staatsanwaltschaft einen Antrag Österreichs ab – des Landes, in dem Wilders die religionsfeindlichen Aussagen gemacht hat. Die Beleidigung einer Religion oder Religionsgemeinschaft sei, anders als in Österreich, in den Niederlanden nicht strafbar, teilte die Behörde in Den Haag mit.

In einer Rede im März 2015 hatte der niederländische Politiker den Islam massiv angegriffen. Bei einem Treffen der österreichischen FPÖ in der Wiener Hofburg hatte Wilders gesagt: "Die islamische Ideologie ist eine Ideologie des Krieges und Hasses." Weiter hieß es in seiner Rede, der Islam rufe "die Menschen dazu auf, Terroristen zu sein". Der Koran ließe laut Wilders darüber keinen Zweifel. Der Westen werde den Islam aber "besiegen" wie im 16. und 17. Jahrhundert die Türken vor Wien, sagte der Vorsitzende der  Partei für die Freiheit (PVV).

Daraufhin hatte die Initiative Österreichischer Muslime bei der Wiener Justiz Beschwerde gegen den niederländischen Politiker wegen Volksverhetzung eingelegt und niederländische Ermittler um Rechtshilfe gebeten. Die Entscheidung der niederländischen Justiz, den Antrag abzulehnen, kommentierte Wilders bei Twitter mit den Worten: "Gut. Die einzig richtige Entscheidung." Die Wahrheit müsse gesagt werden dürfen, besonders über den Islam, sagte er.

Schon mehrfach war Wilders wegen möglicher Anstiftung zum Rassenhass und Diskriminierung von Muslimen angeklagt. Zuletzt wurde er Ende 2016 wegen Diskriminierung verurteilt. Das Gericht verhängte aber keine Strafe. Sowohl Wilders als auch die Anklage legten damals Berufung ein.