Die USA haben beschlossen, Sanktionen gegen die chinesische Bank of Dandong zu verhängen. US-Finanzminister Steven Mnuchin teilte mit, der Bank werde vorgeworfen, Nordkorea Geldwäsche und Beschaffung von Geld für sein umstrittenes Atom- und Raketenprogramm ermöglicht zu haben. Deshalb werde die Bank komplett vom US-Finanzsystem abgeschnitten. 

"Das war nicht gegen China gerichtet, es zielt auf Nordkorea", sagte Mnuchin. Die USA unterhielten gute Beziehungen zu China, die Zusammenarbeit werde fortgesetzt. Die USA hielten die fragliche Bank aber für einen externen Unterstützer Nordkoreas. "Wir folgen dem Geld, und wir werden die Finanzströme unterbinden", sagte Mnuchin. Außerdem seien eine Transportfirma sowie zwei Einzelpersonen von den Sanktionen betroffen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt wiederholt beklagt, China übe zu wenig Druck auf Nordkorea aus. Nach seinem Treffen mit Chinas Präsidenten Xi Jinping in Mar-a-Lago im April hatte Trump sich noch zuversichtlich geäußert, dass China seinen Einfluss geltend machen werde. 

Das Verhältnis der USA zu Nordkorea war Mitte Juni an einem neuen Tiefpunkt angekommen, als der US-Student Otto Warmbier kurz nach seiner Entlassung aus nordkoreanischer Haft verstorben war. Das Regime in Pjöngjang bestreitet, für den Tod verantwortlich zu sein.

Die Bank of Dandong kommt aus der Stadt Dandong im Nordosten Chinas und liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Nordkorea. Die nordkoreanischen Stadt Sinuiju ist von Dandong aus fußläufig zu erreichen.

Die neuen Sanktionen kommen gut eine Woche vor dem G20-Gipfel in Hamburg. Dort werden US-Präsident Donald Trump wie auch der chinesische Staatschef Xi Jinping erwartet. Derzeit hält sich der neugewählte südkoreanische Präsident Moon Jae In, ein früherer Menschenrechtsanwalt, in Washington auf.