Nordkorea hat sich erstmals offiziell zum Tod des 22-jährigen US-Studenten Otto Warmbier geäußert. Das Regime bestreitet, Warmbier während seiner Haftzeit brutal behandelt oder gefoltert zu haben. Die nordkoreanischen Behörden seien mit Warmbier gemäß nationalem Recht und internationalen Standards umgegangen, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

Der Student war während einer Reise nach Nordkorea festgenommen worden, mit der Begründung, er habe ein Propagandaplakat gestohlen. Im März 2016 war er zu 15 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Vergangene Woche ließ Nordkorea Warmbier "aus humanitären Gründen" frei. Nach Angaben der Ärzte hatte der 22-Jährige während der Haft schwere Hirnverletzungen erlitten; er war im Wachkoma, als er in die USA gebracht wurde. Kurz nach seiner Rückkehr in die USA starb er.

Noch ist nicht abschließend geklärt, wie der Student erkrankte. Nordkorea hatte angegeben, Warmbier sei in der Haft in Nordkorea an Botulismus erkrankt, einer schweren Nahrungsmittelvergiftung. Er habe eine Schlaftablette eingenommen und sei nicht mehr aufgewacht. In den USA wird diese Darstellung angezweifelt.

US-Präsident Donald Trump machte Nordkorea für den Tod des Studenten verantwortlich. "Die Vereinigten Staaten verurteilen aufs Neue die Brutalität des nordkoreanischen Regimes, während wir dessen jüngstes Opfer betrauern", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.