Eine Vertraute der ehemaligen Präsidentin Südkoreas Park Geun Hye, Choi Soon Sil, ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Wie das Gericht mitteilte, habe Choi ihre Verbindungen zur Präsidentin missbraucht, um ihrer Tochter einen Studienplatz an der angesehenen Universität in Seoul zu besorgen. Auch die ehemalige Präsidentin der Universität und der frühere Leiter des Zulassungsbüros der Hochschule wurden zu Haftstrafen verurteilt.

Choi, die seit rund 40 Jahren mit Park befreundet ist, habe demnach "viele illegale Handlungen" begangen, um ihrer Tochter Zutritt zu der Universität zu verschaffen. Choi muss sich wegen verschiedener Vergehen vor Gericht verantworten, darunter auch, dass sie gemeinsam mit Park Bestechungsgelder in Millionenhöhe von südkoreanischen Unternehmen erhalten habe.

Die Tochter Chois war im vergangenen Monat von Dänemark an Südkorea ausgeliefert worden und wird derzeit zu ihrer Rolle in dem Bestechungsskandal befragt. Die Staatsanwaltschaft sieht sie als eine Hauptfigur der Verbindungen zwischen Park und dem südkoreanischen Konzern Samsung. Park und Choi sollen rund 26 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern von Samsung angenommen haben.

Nachdem die Südkoreaner monatelang gegen Park demonstriert hatten, suspendierte das Parlament Park aufgrund der Korruptionsvorwürfe. Das Oberste Gericht des Landes enthob sie schließlich im März des Amtes. Im April wurde Park wegen Bestechung und anderer Vergehen angeklagt. Am 9. Mai wurde der als liberal geltende Menschenrechtsanwalt Moon Jae In als Parks Nachfolger ins Amt gewählt.