Das syrisch-kurdische Bündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hat nach eigenen Angaben ein  Stadtviertel im Westen von Rakka erobert. Der Bezirk Romania sei nach zweitägigen Kämpfen befreit worden, teilte das Bündnis mit. Zwölf Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) seien getötet worden.

Damit eröffneten die SDF-Kämpfer eine zweite Front in Rakka, nachdem sie ihre Offensive auf die IS-Hochburg am Dienstag im Osten der Stadt begonnen hatten. Dabei waren auch Zivilisten durch Luftangriffe der US-geführten Koalition getötet worden. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die SDF-Kämpfer kontrollierten inzwischen auch das Viertel Maschlab. Außerdem seien sie in das Viertel Sabahija eingedrungen.

Die SDF hatten Rakka über Monate umzingelt, um ihren Vorstoß vorzubereiten. Nach Angaben der BBC halten sich bis zu 4.000 IS-Kämpfer in Rakka auf. Sie seien vor allem im Norden der Stadt konzentriert, während die Zugänge im Osten und Westen weniger stark verteidigt seien, sagte ein Sprecher der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Deshalb wird damit gerechnet, dass langwierige und schwere Kämpfe bevorstehen.

Hauptstadt des "Kalifats" des IS

Rakka war 2014 von den Dschihadisten des IS eingenommen und zur Hauptstadt ihres "Kalifats" erklärt worden. Zu den Hochzeiten ihrer Herrschaft lebten in Rakka rund 300.000 Menschen, darunter 80.000 Vertriebene aus anderen Regionen Syriens. In den vergangenen Monaten verließen Tausende Zivilisten die Stadt. Laut UN-Angaben halten sich derzeit noch etwa 160.000 Menschen dort auf.

Auch in Mossul, seiner letzten verbliebenen Hochburg im Irak, steht der IS immer stärker unter militärischem Druck. Irakische Sicherheitskräfte verkündeten am Samstag die komplette Befreiung des Stadtteils Al-Sindschili im Westen der nordirakischen Metropole. Nur noch ein Teil der Innenstadt wird vom IS gehalten. Mossul war seit 2014 unter Kontrolle der Terrormiliz.