Die USA haben dem syrischen Regime von Baschar al-Assad vorgeworfen, möglicherweise erneut einen Chemiewaffenangriff auf seine Bevölkerung durchführen zu wollen. Die US-Regierung habe "potenzielle Vorbereitungen" dafür identifiziert, sagte Sean Spicer, Sprecher von US-Präsident Donald Trump. Sollte es dazu kommen, bedeute das wahrscheinlich einen Massenmord an Zivilisten. Unschuldige Kinder wären betroffen.

Anfang April waren bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun 87 Menschen getötet worden. Die USA machen die syrische Regierung dafür verantwortlich. Nun beobachte man Aktivitäten, die den Vorbereitungen glichen, "die das Regime vor seinem Chemiewaffenangriff am 4. April 2017 getroffen hat", sagte Spicer. 

Die USA seien in Syrien, um die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu eliminieren. Wenn Assad aber einen weiteren Chemiewaffenangriff ausführe, würden er und seine Armee dafür einen hohen Preis bezahlen, kündigte der Regierungssprecher an.

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf Chan Scheichun hatte Trump gesagt, die Tat habe "viele, viele Linien" überschritten. Als Reaktion attackierten amerikanische Kampfjets einen syrischen Militärstützpunkt.

Mittlerweile hat eine internationale Expertenkommission belegt, dass bei dem Angriff im April das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden war. Die Opfer hatten Zeichen von Erstickung und Krämpfen aufgewiesen. Zudem sagten Experten, die Toten hätten Schaum vor dem Mund und verengte Pupillen gehabt. 

Auch Frankreich macht das syrische Regime für die Attacke verantwortlich. Assad hingegen wies jede Schuld von sich. Er warf dem Westen vor, die angebliche Attacke als Vorwand für den US-Luftangriff auf die syrische Armee genutzt zu haben. Auch Russland bestritt, dass die syrische Regierung den Angriff durchgeführt habe.

UN machen Syrien für drei Chemiewaffenangriffe verantwortlich

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, twitterte, dass Assad für jegliche weitere Angriffe auf das syrische Volk verantwortlich gemacht werden würde. Auch Russland und Iran würden eine Mitschuld tragen. Den Ländern warf Haley vor, Assad dabei zu unterstützen, sein eigenes Volk zu töten.

Seit Beginn des Syrienkonflikts haben die UN die syrische Regierung für drei Chemiewaffenangriffe und den IS für eine entsprechende Attacke verantwortlich gemacht. Durch den seit sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien sind bisher insgesamt etwa 400.000 Menschen gestorben. Millionen sind im In- und Ausland auf der Flucht.