Ein Gericht im US-Bundesstaat Michigan hat die Ausweisung von etwa 100 Irakern vorübergehend verhindert. Die Anwälte der Betroffenen argumentierten, viele der Betroffenen seien Chaldäer, eine katholische Minderheit, die im Irak verfolgt wird.

Die Einwanderungsbehörde wiederum rechtfertigt ihr Vorhaben mit dem Argument, dass es sich bei den betroffenen Irakern um Personen handelt, die unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung sowie Drogen- und Waffendelikten verurteilt oder angeklagt seien.

Der Richter des Bezirksgerichts, Mark Goldsmith, hat die Abschiebung zunächst für zwei Wochen blockiert und will innerhalb dieser Zeit entscheiden, ob das Gericht grundsätzlich für den Fall zuständig ist. Die US-Regierung argumentiert, Entscheidungen über Abschiebungen könnten lediglich Einwanderungs- und Berufungsgerichte treffen.

Die meisten der Betroffenen haben die vergangenen Jahre in den USA gewählt. Laut ihren Anwälten sei es kein fairer Schritt, sie nun in ihr Heimatland abzuschieben. Dort würden sie "sehr wahrscheinlich festgenommen, gefoltert oder getötet", sagten sie.


Die irakische Regierung hat den USA zugesagt, mehr ausgewiesene Landsleute aufzunehmen. Im Gegenzug wurde der Irak von den geplanten Einreisebeschränkungen der USA ausgenommen. Präsident Donald Trump will mit seinem Einreisestopp, der vor allem muslimische Länder trifft, illegalen Einwanderungen entgegenwirken. Mehrere US-Gerichte haben die Pläne des Präsidenten jedoch blockiert. Die US-Regierung hat dagegen Klage beim obersten Gerichtshof des Landes eingereicht, der nun darüber entscheiden muss.