Laut dem parteiunabhängigen Rechnungshof des US-Kongresses könnten die Pläne für eine Gesundheitsreform Millionen von Bürgern die Krankenversicherung kosten. 22 Millionen Menschen würden dem neuen Gesundheitsplan der Partei von Präsident Donald Trump zufolge bis zum Jahr 2026 ihren Versicherungsschutz verlieren, teilte das CBO (Congressional Budget Office) mit.

Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung würde damit bis 2026 auf 49 Millionen steigen. Das sind 18 Prozent aller US-Bürger unter 65 Jahren; gegenwärtig sind immer noch zehn Prozent davon ohne Absicherung.

Verglichen mit den Schätzungen des CBO vom Mai sind die Zahlen leicht gesunken. In ihrem Streit über die Zukunft von Obamacare hatten die Republikaner einen neuen Anlauf zu einer Gesetzesänderung unternommen. Die republikanische Führung im Senat stellte ihren Gesundheitsplan vor, der das unter dem früheren Präsidenten Barack Obama eingeführte Krankenversicherungssystem ersetzen soll.

Die Einschnitte in die allgemeine Gesundheitsversorgung gehen in dem Entwurf nicht ganz so weit wie in dem Plan, den das Repräsentantenhaus einige Wochen zuvor verabschiedet hatte. Allerdings sieht auch der neue Plan drastische Einschnitte vor, etwa bei Medicaid, der staatlichen Krankenversicherung für Arme.

Unklar ist aber, ob der Senat den Entwurf in der vorliegenden Form verabschieden wird. Zwar verfügen die Republikaner in der Kongresskammer über eine knappe Mehrheit von 52 der 100 Sitze. Doch erklärten vier Senatoren des konservativen Parteiflügels bereits kurz nach Vorstellung der Pläne, dass sie den Entwurf in der jetzigen Fassung nicht billigen könnten. Ihnen gehen die Sparmaßnahmen nicht weit genug.

New York - "Das Gute an Trump ist, dass sich jetzt alle wehren wollen" Feiern und Protestieren: Bei der Gay Pride Parade in New York gingen Zehntausende auf die Straße. Für manche ist nicht Donald Trump die größte Gefahr im Weißen Haus. © Foto: Michael Noble Jr./AP/dpa