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9. Juni 2017 Liveblog abgeschlossen
© Carl Court/Getty Images

Wahl in Großbritannien: Queen erteilt May den Auftrag zur Regierungsbildung

Trotz der deutlichen Wahlverluste will Theresa May Premierministerin bleiben. Königin Elizabeth II. hat sie mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Unser Liveblog
  • Die konservative Partei hat nach Auszählung fast aller Wahlkreise in Großbritannien keine Chance mehr auf die absolute Mehrheit im Parlament.
  • Für Premierministerin Theresa May ist es eine deutliche Niederlage. Statt ihre Mehrheit auszubauen, verlieren die Konservativen Sitze. Die britische Presse kommentiert einhellig: "Sie hat gezockt und verloren."
  • Labour-Chef Jeremy Corbyn sagte, er sei ebenfalls bereit, "Verhandlungen im Namen des Landes zu führen". Auch wenn Labour deutlich mehr Sitze im Unterhaus bekommt, wäre die Partei auf einen Koalitionspartner angewiesen, um die Mehrheit von 326 der 650 Sitze im Parlament zu erreichen.
  • Verluste hinnehmen mussten die schottischen Nationalisten (SNP). Deren Fraktionschef im britischen Parlament, Angus Robertson, verlor seinen Wahlkreis. Insgesamt könnte die SNP mehr als 30 Parlamentssitze verlieren. Parteichefin Nicola Sturgeon sieht sich dennoch als Wahlsieger.
  • Die Liberal Democrats erhalten leichte Zugewinne, obwohl der frühere Vizepremierminister Nick Clegg seinen Wahlkreis verlor. Die EU-skeptische Ukip dürfte keinen einzigen Sitz im Parlament bekommen.
  • In Großbritannien waren 46,9 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. May hatte die Wahl vorgezogen, um ihre Position vor den Brexit-Verhandlungen zu stärken.
  • Alle Informationen zur Wahl und zu Großbritannien finden Sie auf unserer Themenseite.

  • Stimmen­verteilung
  • Gewinne & Verluste
  • Sitz­verteilung
  • Koalitions­rechner

  • 15:37 Uhr
    Hasan Gökkaya

    Am Tag nach der vorgezogenen Parlamentswahl in Großbritannien hat Königin Elizabeth II. den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erteilt. Die amtierende Premierministerin Theresa May will trotz des Wahldebakels nicht zurücktreten – stattdessen hat sie angekündigt, mit der nordirischen DUP eine Regierung zu bilden. Gemeinsam kommen die beiden Parteien auf 328 Mandate – genug um eine Mehrheit im Unterhaus zu haben. Offenbar visiert May eine Minderheitsregierung an, bei der die Tories von der DUP im Parlament unterstützt werden.

    May hat bekräftigt, dass sie weiterhin Großbritannien aus der EU führen will. Die Brexit-Verhandlungen beginnen am 19. Juni. 


    Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) wertete den Ausgang der Wahl als Signal gegen eine harte Konfrontation mit der EU. "Ich finde, die Botschaft der Wahl ist: Macht faire Gespräche mit der EU und überlegt nochmal, ob es eigentlich gut für Großbritannien ist, in dieser Art und Weise aus der EU auszuscheiden", sagte Gabriel. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Bundestagsausschusses, hält erneute Neuwahlen in Großbritannien für wahrscheinlich. "Eine Minderheitsregierung wird ein Übergang sein, in der Britannien eingeschränkt verhandlungsfähig für den Brexit ist", sagte Röttgen der Welt.

    Mit diesem Ausblick schließen wir den Blog zur Parlamentswahl in Großbritannien.

  • 14:22 Uhr
    Hasan Gökkaya

    Während May bekräftigt, Großbritannien nach wie vor aus der EU führen zu wollen, verlangt Tim Farron, die Brexit-Gespräche auf Eis zu legen.
    Der Chef der britischen Liberaldemokraten hat nach der Parlamentswahl gefordert, die Austrittsverhandlungen mit der EU aufzuschieben. Das schlechte Wahlergebnis für die Konservativen zeige, dass die kompromisslose Brexit-Politik von Großbritanniens Premierministerin Theresa May von den Briten nicht gewollt sei, sagte Farron am Freitag. "Es ist schlicht undenkbar, dass die Premierministerin die Brexit-Verhandlungen in nur zwei Wochen beginnen kann." Die Liberaldemokraten haben nach den vorgezogenen Parlamentswahlen zwölf Mandate im Unterhaus.

  • 13:57 Uhr
    Zacharias Zacharakis


    "Machen wir uns an die Arbeit" – so hat Theresa May ihr kurzes Statement beendet, das sie nach ihrem Besuch bei der Queen vor der Presse gab. Die britische Premierministerin hatte kurz zuvor von Königin Elizabeth II. den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erhalten.

    Sie bekräftigte ihre Absicht, dem Willen des Volkes gerecht zu werden und Großbritannien aus der EU zu führen. Ihre Konservative Partei habe dabei als stärkste Kraft nach der Wahl den natürlichen Auftrag zur Regierungsbildung. Diese Regierung werde "Gewissheit" bringen und das Land durch die Brexit-Verhandlungen führen, die am 19. Juni begännen.

    May will eine Regierung mit Unterstützung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) bilden. Nur die Konservativen und die DUP hätten die Fähigkeit und den Auftrag, dem Land dringend notwendige Stabilität zu geben, sagte May. Die DUP hat zehn Mandate im Unterhaus und hatte bereits signalisiert, die Tories im Parlament zu dulden. Damit könnten die Tories eine Minderheitsregierung bilden.

  • 12:46 Uhr
    Jan Luethje

    Freude und Erleichterung bei Anhängern der Labour Party mit Blick auf das Wahlergebnis


  • 11:19 Uhr
    Angelika Finkenwirth

    Theresa May will weiter regieren, wie einer ihrer Sprecher sagte. Die Premierministerin werde noch heute zu Königin Elizabeth II. gehen, um diese um einen Regierungsauftrag zu bitten. Um 13.30 Uhr soll es soweit sein. 


    Ein solche Treffen mit der Queen ist in Großbritannien üblich, um den Anspruch als stärkste Partei geltend zu machen. Über mögliche Koalitionen oder der Bildung einer Minderheitsregierung wäre damit noch keine Entscheidung gefallen. 

    May strebt laut britischer Medien eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) an. Die DUP wolle die Konservativen im Unterhaus unterstützen, sehe aber keinen Grund, eine formelle Koalition mit ihnen einzugehen, berichtet der Sender Sky News. Zusammen hätten die beiden Parteien genug Sitze, um die Mehrheit von 326 Stimmen zu erreichen.

  • 10:23 Uhr
    Jan Luethje

    Das Wahlergebnis: Auch eine persönliche Niederlage für Theresa May. Forderungen nach einem Rücktritt werden laut.

  • 10:05 Uhr
    Angelika Finkenwirth

    Die Konservativen und die nordirische Democratic Unionist Party (DUP) können eine Regierung bilden. Sie kommen gemeinsam auf 326 der 650 Sitze im Parlament – und damit auf die benötigte Mehrheit. Nach Angaben des Fernsehsenders Sky erwägt die DUP eine Unterstützung der Tories.

  • 10:01 Uhr
    Till Schwarze

    So sieht die politische Landkarte nach der Wahl in Großbritannien aus. Nahezu alle Wahlkreise sind ausgezählt, es fehlen nur noch drei Wahlkreise in Südengland.

  • 09:23 Uhr
    Till Schwarze

    Tritt Theresa May zurück? Die britische Premierministerin will Medienberichten zufolge trotz des Wahldebakels weitermachen. Das berichtete unter anderem die gut vernetzte BBC-Journalistin Laura Kuenssberg. "Sie wird bleiben und ihre Meinung nicht ändern", zitiert Kuenssberg ein hochrangiges Regierungsmitglied.

    Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei hatte May zum Rücktritt aufgefordert. Auch die konservative Abgeordnete Anna Soubry stellte Mays Führungsanspruch in Frage. Sie solle Verantwortung für das "fürchterliche Wahlergebnis" übernehmen, sagte Soubry. Ex-Finanzminister George Osborne hatte vorausgesagt, May werde politisch kaum überleben, sollte sie ein schlechteres Ergebnis einfahren als bei der vergangenen Wahl. 

  • 09:18 Uhr
    Angelika Finkenwirth

    John McDonnell, der finanzpolitischer Sprecher der Labour-Partei, kündigt in der BBC an, dass seine Partei eine  Minderheitsregierung bilden will. Eine Koalition mit den Konservativen schließt er aus. "Wir sind bereit, eine Regierung zu bilden", sagte er. Er glaube nicht, dass eine konservative Regierung die nötige Stabilität haben werde. Theresa May sei nun "eine lahme Ente".


    Auch Labour-Chef Jeremy Corbyn deutet seine Bereitschaft zur Bildung einer Regierung an. Seine Partei sei bereit, dem Land zu dienen, sagte er. Labour werde alles tun, um das politische Programm umzusetzen. Es sei ziemlich klar, wer diese Wahl gewonnen habe.

  • 09:03 Uhr
    Angelika Finkenwirth

    Da in Großbritannien keine Partei die Mehrheit erreicht hat, in dem Land aber ein Mehrheitswahlsystem besteht, spricht man nun von einem hung parliament (Parlament in der Schwebe). Anders als in Deutschland, wo politische Koalitionen gängig sind, sieht das britische Wahlsystem eigentlich nur eine Regierungspartei vor. Das Wahlverfahren wird auch als winner-takes-it-all bezeichnet. Aus der jetzigen Patt-Situation gibt es drei Auswege: Entweder wird eine Koalition gebildet, eine Minderheitsregierung oder es gibt Neuwahlen.

  • 08:17 Uhr
    Angelika Finkenwirth

    Günther Oettinger sieht den geplanten Start und Verlauf der Brexit-Verhandlungen gefährdet. Jetzt müsse schnell eine handlungsfähige Regierung her. "Das Referendum steht, niemand stellt es infrage", sagt der EU-Haushaltskommissar im Deutschlandfunk und warnt: "Mit einem schwachen Verhandlungspartner läuft man Gefahr, dass die Verhandlungen für beide Seiten schlecht laufen."

    Der britische Mittelstand FSB fordert eine Verschiebung der Brexit-Gespräche. 

  • 07:38 Uhr
    Till Schwarze

    Um 11 Uhr  (10 Uhr Ortszeit) wird sich Premierministerin Theresa May laut britischen Medienberichten zum Wahlergebnis äußeren. Nachdem ihre konservativen Tories die absolute Mehrheit verloren haben, wird ihr Statement mit Spannung erwartet – welche Konsequenzen zieht sie aus dem schlechten Wahlergebnis?

  • 06:38 Uhr
    Jasper Riemann

    May verpasst laut BBC die absolute Mehrheit. Die Konservativen hätten keine Chance mehr, auf die nötigen 326 Sitze zu kommen, meldet der Sender. Der Premierministerin stünde damit kurz vor Beginn der Brexit-Verhandlungen mit der EU eine komplizierte Regierungsbildung bevor. Mehrere Medien bestätigen das. 


    Die Tories könnten demnach auf 319 der insgesamt 650 Sitze im Unterhaus kommen, 309 Sitze sind bislang sicher. Die Vergabe von 16 Sitzen stand noch aus. Damit ist es für die Konservativen nicht mehr möglich, ihre absolute Mehrheit zu halten.

  • 06:29 Uhr
    Jasper Riemann

    John Curtice ist der Wahlexperte, der für die ersten Wahlbefragungen bei der BBC zuständig war. Er hat nun eine absolute Mehrheit der Tories ausgeschlossen. Es sei ziemlich klar, dass es ein sogenanntes hung parliament geben werde. In dem Fall hätte keine Partei eine absolute Mehrheit – ein politisches Patt. Dann gibt es mehrere Optionen: Eine große Partei könnte sich mit einer anderen zusammentun und durch die Koalition eine absolute Mehrheit erreichen. Auch eine Minderheitsregierung ist möglich – oder Neuwahlen, um das Patt aufzulösen. Ein hung parliament ist in einem Land mit einem Mehrheitswahlsystem eigentlich sehr selten. Das letzte Mal war es in Großbritannien 2010 dazu gekommen, davor 1974.

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