Staatschefs und Wirtschaftsvertreter weltweit haben US-Präsident Donald Trump für seinen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen kritisiert. Trump habe einen "Fehler für die Zukunft unseres Planeten" begangen, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte laut einer Mitteilung, er sei von dem Beschluss der US-Regierung zutiefst enttäuscht.

Auch die britische Premierministerin Theresa May drückte in einem Telefonat mit Trump ihr Bedauern über die Aufkündigung des Klimavertrages aus. Ähnlich äußerte sich Japans Regierung. Das Land werde die USA weiterhin auffordern, sich beim Klimaschutz zu engagieren, teilte das Außenministerium mit. Zuvor hatten Deutschland, Frankreich und Italien in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt, Trumps Forderung nach einer Neuverhandlung des Abkommens nicht nachkommen zu wollen.

UN-Generalsekretär António Guterres nannte den angekündigten Ausstieg eine große Enttäuschung, wie ein Sprecher mitteilte. Es sei entscheidend, dass die USA in Klimafragen führend bleiben, so Guterres. Der ehemalige Präsident Mexikos, Vicente Fox, kritisierte Trumps Entscheidung ebenfalls scharf: Trump erkläre dem gesamten Planeten den Krieg, schrieb Fox auf Twitter. Trumps ehemalige Gegnerin im Wahlkampf, Hillary Clinton, nannte die Entscheidung einen historischen Fehler. Amerikanische Arbeiter und Familien würden davon benachteiligt, schrieb Clinton.

Tesla-Chef Elon Musk und Disney-Chef Robert Iger traten aus Protest über Trumps Entscheidung von ihren Beraterposten im Weißen Haus zurück. "Der Klimawandel ist real. Das Pariser Abkommen zu verlassen ist weder gut für Amerika noch für die Welt", teilte Musk mit. Er habe alles getan, um Trump davon zu überzeugen, an dem Pariser Klimaschutzabkommen festzuhalten, sagte Musk. Disney-Chef Iger kündigte an, aus Prinzip müsse er das Beratergremium verlassen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schrieb in dem sozialen Netzwerk, der Austritt aus dem Klimaabkommen sei "schlecht für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft und riskiert die Zukunft unserer Kinder".

Auch deutsche Wirtschaftsvertreter kritisierten den Schritt. "Denn Klimaschutz kann wirksam und wettbewerbsneutral nur von allen Staaten gemeinsam vorangetrieben werden", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer. Mit den USA verliere die globale Klimapolitik zugleich einen Verfechter marktwirtschaftlicher Instrumente. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte mit, Trumps Entscheidung sei eine moralische Bankrotterklärung. "Mit seinem Alleingang sabotiert der Präsident den Schutz des Klimas, aber er bringt ihn nicht zu Fall – nicht weltweit und auch nicht in den USA", sagte Geschäftsführerin Sweelin Heuss.

Trump hatte am Donnerstag den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 angekündigt. Der Vertrag unterwandere die US-Wirtschaft, koste das Land Jobs und sei unfair gegenüber den USA, lautete seine Begründung.