Nach dem Schwiegersohn, dem Ex-Sicherheitsberater und dem Ex-Wahlkampfmanager des US-Präsidenten gerät auch sein ältester Sohn immer mehr ins Visier der Ermittlungen in der Russland-Affäre: Donald Trump Jr. sei per E-Mail informiert worden, dass ihm versprochene, möglicherweise belastende Informationen über Hillary Clinton von der russischen Regierung stammen, berichtete die New York Times unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen.

Die Mail stammte demnach von dem Publizisten Rob Goldstone. Dieser hatte mehreren US-Medien bestätigt, dass er das Treffen zwischen Trump Jr. und der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaja arrangiert hatte. Goldstein sei in seiner Nachricht aber nicht auf russische Bemühungen eingegangen, Trumps Wahlkampfteam zu helfen. Es gebe auch keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung.

Senatoren beider Parteien beantragten daraufhin, Donald Trump Jr. im Geheimdienstausschuss zu befragen. Der Vizevorsitzende des Ausschusses, Mark Warner, sagte, er wolle hören, was Trump Jr. über das Treffen zu sagen habe. Auch die republikanische Senatorin Susan Collins bestand auf eine Aussage im Ausschuss, in dem sie Mitglied ist.

Trump Jr. schrieb auf Twitter, er sei bereit, dem Komitee Informationen zu geben. Der 39-Jährige räumte das Treffen bereits ein und erklärte, sein Vater habe davon nicht gewusst. Der Anwalt Alan Futerfas übernahm nach eigener Aussage das Mandat für Donald Trump Jr.

Sonderermittler Robert Mueller sowie mehrere Kongressausschüsse gehen dem Verdacht nach, Russland könnte sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden. Sie untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gab. Die russische Regierung und der US-Präsident weisen die Vorwürfe zurück. 

Der Kreml erklärte, man kenne die Anwältin nicht. Nach Informationen der New York Times und Washington Post zählen zu Veselnitskajas Klienten Einzelpersonen und Unternehmen mit Verbindungen zum Kreml.