Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Transgenderverbot beim Militär tritt zumindest vorerst nicht in Kraft. Solange Verteidigungsminister James Mattis keine schriftliche Anordnung von Trump erhalten und entschieden habe, wie er diese umsetze, bleibe alles beim Alten, teilte US-Generalstabschef Joseph Dunford in einem Schreiben an die gesamte Militärführung mit.

"In der Zwischenzeit werden wir damit fortfahren, all unser Personal weiterhin mit Respekt zu behandeln", schrieb General Dunford. "Ebenso werden wir in Anbetracht der derzeitigen Gefechte und Herausforderungen fokussiert bleiben, die Missionen zu erfüllen."

Trump hatte angekündigt, transsexuelle Menschen vom Militärdienst ausschließen zu wollen. Die Regierung werde es nicht erlauben, dass sie im Militär dienen, twitterte Trump. Das Militär müsse sich auf den "entscheidenden und überwältigenden Sieg" konzentrieren und könne nicht mit den "enormen medizinischen Kosten und Störungen" von Transsexuellen belastet werden. Trump habe dies nach Konsultationen mit Generälen und Militärexperten entschieden.

Bis zu 11.000 Transmenschen im US-Militär

Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht – oder nicht nur – mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde.

In der US-Armee gilt bereits ein Transgenderverbot. Allerdings war unter Trumps Vorgänger Barack Obama angeordnet worden, dieses aufzuheben. Der damalige Verteidigungsminister Ashton Carter hatte ermöglicht, dass Transmenschen mit Wirkung zum 1. Juli 2017 nicht mehr vom Militärdienst ausgeschlossen werden dürfen. Das Pentagon hatte diesen Termin dann zu Beginn dieses Monats bereits provisorisch aufgehoben.

Nach Schätzungen dienen bis zu 7.000 Transmenschen in den US-Streitkräften. Außerdem soll es unter den Reservisten 4.000 Transmenschen geben. Ihnen drohte schon bisher der Ausschluss, wenn sie ihre sexuelle Identität öffentlich machten. Seit dem Jahr 2011 steht die US-Armee Lesben und Schwulen offen.

USA - Proteste gegen Trumps Transgenderverbot Mit dem Wiedereinsetzen des Transgenderverbots im Militär würde US-Präsident Donald Trump einen weiteren Beschluss der Obama-Regierung rückgängig machen. In New York formierte sich Protest. © Foto: Spencer Platt/Getty Images