Hat sich Russland in den US-Wahlkampf eingemischt? Für die Anhänger Donald Trumps lautet die Antwort ganz überwiegend Nein: Einer Umfrage des Instituts Public Policy Polling (PDF) zufolge geben 72 Prozent der befragten Trump-Wähler an, dass es sich bei Berichten über die Russlandaffäre seines Wahlkampfteams um Falschnachrichten handelt. Nur 14 Prozent seiner Unterstützer glauben, dass die Informationen zutreffend sind.

Weniger als die Hälfte der Trump-Anhänger (45 Prozent) glauben den Ergebnissen zufolge, dass der Sohn von Donald Trump sich mit einer russischen Anwältin traf, die ihm kompromittierende Informationen über dessen Herausforderin Hillary Clinton versprach. 32 Prozent der Trump-Anhänger sind sich sogar sicher, dass das Treffen gar nicht stattfand. 24 Prozent zweifeln noch daran, ob es ein Treffen gab. Dabei haben sowohl der US-Präsident als auch sein Sohn das Treffen bestätigt.

Für die Erhebung wurden vom 15. bis zum 17. Juli insgesamt 836 registrierte Wähler befragt. Das Institut steht den Demokraten nahe.

Eine Umfrage des Fernsehsenders ABC und der Zeitung Washington Post kommt zu zu einem ähnlichen Ergebnis: Demnach sagten Anfang Juli nur neun Prozent der Republikaner, sie glaubten, dass Russland die Wahl beeinflusst hatte. Dieser Wert hatte sich im Vergleich zu April halbiert – und das, obwohl vor allem in den vergangenen Wochen immer neue Fragen in der Russlandaffäre laut geworden sind. Sie beziehen sich auf das Treffen Trump Juniors mit russischen Kontaktpersonen, aber auch auf Kontakte von Trumps Schwiegersohn mit russischen Quellen sowie der Abberufung des CIA-Chefs James Comey durch Trump, der wegen der möglichen Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf ermittelt hatte.

Die Umfrage hatte auch gezeigt, dass Trump als Präsident an Beliebtheit verliert. Nur 36 Prozent der Wähler stimmen darin seiner Amtsführung zu, gleichzeitig stieg der Anteil derer, die seinen Kurs ablehnen, von 53 Prozent auf 58 Prozent.

Seine Tweets finden nicht alle gut

Dass Menschen in den 16 US-Staaten, in denen Trump mehrheitlich gewählt wurde, die Arbeit des Präsidenten positiver sehen als anderswo, zeigt eine weitere Erhebung von Wall Street Journal/NBC News.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die in diesen Staaten leben, heißen seine harte Reaktion gegenüber Nordkorea und die US-Militäreinsätze in Syrien gut, außerdem die Ankündigung, sich mehr um die amerikanischen Arbeiter kümmern zu wollen.

Doch nicht jede Handlung des US-Präsidenten wird in den 16 Staaten gelobt: Nur jeder dritte Bewohner eines US-Staates mit Trump wohlgesonnener Bevölkerung heißt dessen Entscheidung, den Geheimdienstdirektor zu feuern, gut. Zwei Drittel der Befragten lehnen außerdem die Pläne für eine Abschaffung der Gesundheitsreform Obama-Care ab. Auch Trumps Verhalten auf Twitter erreicht nur eine Zustimmung von 24 Prozent der Einwohner in einem sogenannten "Trump-Staat".

Befragt wurden Einwohner von Colorado, Florida, Georgia, Indiana, Iowa, Maine, Michigan, Minnesota, Missouri, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin. In diesen Staaten hat Trump die Mehrheit errungen. Nicht alle Befragten sind aber zwingend Wähler des US-Präsidenten gewesen.