Die USA und Großbritannien wollen zügig über ein bilaterales Handelsabkommen verhandeln. Das kündigte US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel in Hamburg an. Er und die britische Premierministerin Theresa May hätten "fantastische Gespräche" geführt und ein "besonderes Verhältnis" entwickelt, sagte Trump. Beide Seiten wollten "sehr schnell einen sehr kraftvollen Deal" aushandeln, der für die USA und Großbritannien "großartig" sein werde.

Auch May sagte, dass sie und Trump "einen Deal ausarbeiten" wollten. Sie sei optimistisch, dass dieser zustande käme. Zugleich betonte die britische Regierungschefin, dass es vor dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der EU nur einen begrenzten Spielraum für solch ein Abkommen gebe. Britische Regierungsvertreter, die an den Verhandlungen beteiligt gewesen waren, bestätigten, dass May ein Abkommen nach dem Brexit bevorzuge. Formal darf Großbritannien noch keine bilateralen Handelsabkommen abschließen, solange es Teil der Europäischen Union ist.

May fügte hinzu, dass Regierungsvertreter vieler Länder, darunter Chinas, Indiens und Japans, den Wunsch geäußert hätten, bilaterale Handelsabkommen mit Großbritannien abzuschließen. Dies werte sie als "starkes Zeichen des Vertrauens in Großbritannien".

Trump hatte May am Rande des Hamburger G20-Gipfels getroffen, auch die begleitenden Delegationen waren am Treffen beteiligt. Seit Trumps Amtsantritt im Januar hatten er und May sich mehrere Male getroffen, unter anderem, um die Zusammenarbeit bei Themen wie Sicherheitspolitik oder Handel zu intensivieren.

Am 23. Juni 2016 hatte eine knappe Mehrheit der britischen Wähler dafür gestimmt, dass Großbritannien die EU verlassen soll – damit verbunden ist der Austritt aus dem EU-Binnenmarkt. Ein Handelsabkommen mit den USA wäre für May von entscheidender Bedeutung, um ihr Land wirtschaftlich abzusichern. Die Bankenzentren in London und New York gelten als die wichtigsten Finanzplätze der Welt.