Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat auf zunehmende Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes in Deutschland hingewiesen. "Wir haben Kenntnis über Einflussnahme der türkischen Regierung in Richtung türkische Gemeinschaft hier in Deutschland", sagte Maaßen der Osnabrücker Zeitung.

Es gebe unter anderem Versuche der "Einschüchterung der türkischstämmigen Bevölkerung, soweit sie gegen Präsident Erdoğan ist". Als Beispiele nannte Maaßen Anzeigen gegen Anhänger des oppositionellen türkischen Predigers Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putschversuch 2016 verantwortlich macht.

Der türkische Geheimdienst halte sich dabei nicht an die Gesetze. "Wir haben in der Vergangenheit wiederholt festgestellt, dass der türkische Geheimdienst sich hier außerhalb des deutschen Rechts bewegt hat und nachrichtendienstliche Informationen über Personen gesammelt hat", sagte Maaßen. "Für uns ist es wichtig, dass das in Deutschland thematisiert wird und dass dies in Deutschland auch als Problem wahrgenommen wird."

Der Verfassungsschutz sieht außerdem eine wachsende Zahl türkischer extremistischer Gruppen in Deutschland. Bei ihnen sei eine zunehmende Radikalisierung zu beobachten.