Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat damit gedroht, das Büro des Senders Al Jazeera in Jerusalem zu schließen. Al Jazeera habe mit seiner Berichterstattung "zu der Gewalt rund um den Tempelberg angestachelt", schrieb Netanjahu auf seiner Facebook-Seite. Er habe wiederholt mit den Strafverfolgungsbehörden über eine Schließung gesprochen, ergänzte Netanjahu. Sollte sie gesetzlich nicht durchsetzbar sein, werde er für eine Änderung der Gesetze sorgen. Der in Katar ansässige Sender war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Altstadt von Jerusalem

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern ist zuletzt wieder eskaliert. Nach einem tödlichen Anschlag auf Polizisten in unmittelbarer Nähe des Tempelbergs installierte Israel dort Metalldetektoren, um den Schmuggel von Waffen zu verhindern. Danach kam es zu Zusammenstößen und Angriffen mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Die von den Palästinensern heftig kritisierten Detektoren sind inzwischen wieder abgebaut. Auch kürzlich errichtete Absperrgitter und Gerüste, an denen Überwachungskameras angebracht waren, wurden abgebaut.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich besorgt über die anhaltende Gewalt. Er forderte Palästinenser und Israelis mit Nachdruck auf, sich mit Provokationen zurückzuhalten.