Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, hat in der Russland-Affäre eine Erklärung zu seinen Kontakten mit russischen Vertretern veröffentlicht. Er habe während des Wahlkampfs und der Übergangszeit im Weißen Haus lediglich bei vier Gelegenheiten Kontakt mit Russen gehabt, teilte Kushner mit (die ganze Erklärung lesen Sie bei der New York Times).

Keiner davon sei unangemessen gewesen, es habe auch keine geheimen Absprachen mit ausländischen Regierungen gegeben, schrieb Kushner. Er dementierte auch, dass Russen seine privaten Geschäfte finanziert hätten.

Kushner gab die Informationen in einer elfseitigen Erklärung bekannt, die der Nachrichtenagentur AP und der Washington Post vorlag. Sie wurde bereits an die zuständigen Ausschüsse im Kongress übermittelt. Am Nachmittag wird sich Trumps Schwiegersohn den Fragen des Geheimdienstausschusses des Senats stellen. Die Anhörung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Dienstag wird Kushner dann im Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagen.

In der Erklärung geht Kushner unter anderem auf sein Treffen mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja im Sommer 2016 ein. Dies bezeichnete Trumps Schwiegersohn als "reine Zeitverschwendung". Sein Schwager Donald Trump Jr. habe ihn eingeladen, dem Gespräch beizuwohnen. Er sei spät zu dem Treffen dazu gestoßen und habe gehört, wie die Anwältin über Adoptionsangelegenheiten gesprochen habe, teilte Kushner mit. Er habe seinen Assistenten daraufhin per Textnachricht gebeten, ihn aus dem Gespräch herauszurufen.

Über das Treffen mit der Anwältin Weselnizkaja berichten US-Medien seit Wochen. Bei dem Treffen nahm auch Trumps Wahlkampfchef Paul Manafort teil.

Kushner sagte nun zu seiner Begegnung mit Weselnizkaja: "Kein Teil des Treffens, an dem ich teilgenommen habe, hat irgendetwas über den Wahlkampf beinhaltet, es gab kein Folgetreffen, von dem ich weiß, ich erinnere mich nicht daran, wie viele Personen da waren (oder ihre Namen), und ich habe kein Wissen über Dokumente, die angeboten oder akzeptiert wurden." 

Nicht Spezielles besprochen

Details aus dem Treffen waren bekannt geworden, nachdem Trump Jr. E-Mails auf Twitter veröffentlicht hatte. Es handelte sich um einen Schriftwechsel, aus dem hervorgeht, dass Trumps Sohn dem Treffen zugestimmt hatte in der Erwartung, schädigende Informationen über Trumps Präsidentschaftsrivalin Hillary Clinton zu erhalten. Kushner sagte dazu, er habe diese Mails bis vor Kurzem nicht gesehen, ehe sie ihm von seinen Anwälten gezeigt worden seien.

Seine Kontakte zu Russlands Botschafter Sergej Kisljak und anderen russischen Amtsträgern bezeichnete Kushner nach Angaben der Washington Post als Teil seiner Rolle als Trumps Kontaktperson zu ausländischen Regierungen. Das Treffen mit Kisljak nannte er demnach normal und begrenzt. Gleichzeitig dementierte Kushner Berichte, wonach er Gespräche über die Bildung eines geheimen Kommunikationskanals mit Kisljak geführt habe. Im Dezember habe er mit Kisljak im Trump Tower gesprochen. Dabei sei es jedoch um die Syrienpolitik gegangen. Auf Anfrage des Botschafters habe er sich außerdem mit einem russischen Banker, Sergej Gorkow, getroffen. Dabei sei nichts Spezielles besprochen worden.  

Ausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus sowie das FBI untersuchen, ob Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen zusammengearbeitet hat, um sich Vorteile gegenüber Clinton zu verschaffen. Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass sich die Regierung in Moskau zugunsten Trumps in den Wahlkampf einschaltete. Russlands Präsident Wladimir Putin hat dies mehrfach bestritten.