Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll dabei helfen die Vorwürfe gegen Katar aufzuklären. Während Außenminister Sigmar Gabriel das Golfemirat besuchte, wurde zu diesem Zweck eine engere Kooperation der Geheimdienste beider Länder vereinbart, hieß es aus der Delegation Gabriels. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Saudi-Arabien und weitere Golfstaaten werfen Katar vor, Terroristen zu unterstützen. Das sei auch Hauptgrund für die seit vier Wochen laufende Blockade Katars durch Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten. Die vier Staaten haben sich bei einem Treffen in Kairo dafür entschieden, trotz eines ausgelaufenen Ultimatums an Katar keine weiteren Sanktionen zu verhängen.

Katar war offenbar nicht auf die Forderungen der vier Golfstaaten eingegangen, das Bündnis konnte sich aber noch nicht auf ein weiteres Vorgehen einigen. Die Außenminister der vier verbündeten Staaten teilten mit, über die nächsten Schritte müsse noch beraten werden. Weitere Gespräche sollen in Bahrain stattfinden, ein Datum stehe noch nicht fest.

Außenminister Gabriel bewertete das positiv. Das Treffen der Vier in Kairo habe zwar keinen Durchbruch gebracht, aber zumindest nicht zu neuen Sanktionen geführt, sagte er nach seiner dreitägigen Reise durch die Golfregion auf dem Rückflug nach Berlin. "Unter den gegebenen Umständen ist das ein Ergebnis, das den weiteren Prozess zumindest nicht erschwert." Jetzt komme es darauf an, dass die Konfliktparteien in einen Verhandlungsprozess eintreten. Ausdrücklich lobte Gabriel die Vermittlungsbemühungen Katars und der USA.

In einem Telefonat mit seinem ägyptischen Kollegen Abdel Fattah al-Sisi hat US-Präsident Donald Trump alle Beteiligten gemahnt, ihren Konflikt zu beenden. Beide Seiten sollten konstruktiv über eine Beilegung des Streits sprechen, sagte Trump. Zuvor hatte er Katar ebenfalls vorgeworfen, Terrorismus zu finanzieren. Die USA unterhalten in Katar einen Militärstützpunkt, auf dem 10.000 Soldaten stationiert sind.

Katars Antwort auf den Forderungskatalog wurde nicht bekannt. Das Emirat hatte jedoch zuvor erklärt, die Forderungen des von Saudi Arabien geführten Bündnisses verstießen gegen die Souveränität des Landes. Zu den Forderungen gehörte unter anderen, den Fernsehsender Al-Dschasira und türkische Militärstützpunkte im Land zu schließen, sowie Entschädigungen zu zahlen.

Die Türkei betonte, über die Zukunft ihrer Soldaten in Katar entschieden nur sie und die Regierung in Doha. Die türkischen Truppen in Katar dienten der Sicherheit der gesamten Region, sagte Vizeregierungschef Veysi Kaynak. Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte der ZEIT, das Vorgehen der arabischen Staaten gegen Katar verstoße gegen internationales Recht.

Die Ratingagentur Moody's erklärte unterdessen, sie habe den wirtschaftlichen Ausblick für das ölreiche Emirat auf negativ herabgestuft. Sie begründete den Schritt damit, dass eine Phase der Unsicherheit bis in das Jahr 2018 wahrscheinlich und eine schnelle Lösung des Konflikts in der Golfregion nicht absehbar sei.

Ägypten, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain hatten Anfang Juni alle Beziehungen zu Katar abgebrochen und die Grenzen zu dem kleinen Emirat geschlossen, dem die Verbündeten Förderung des Terrorismus in der Region vorwerfen. Sie legten Katar eine Liste mit 13 Forderungen vor, die das Land erfüllen sollte. Die verlängerte Frist dafür lief am frühen Mittwochmorgen aus.