Nach gut einmonatiger Blockade des Golfemirats Katar durch Saudi-Arabien und mehrere Verbündete haben die USA, Großbritannien und Kuwait alle Beteiligten zur Verständigung aufgerufen. Die Krise müsse "so bald wie möglich durch Dialog" gelöst werden, heißt es laut Kuwaits staatlicher Nachrichtenagentur Kuna in einer gemeinsamen Erklärung.

US-Außenminister Rex Tillerson und der britische nationale Sicherheitsberater Mark Sedwill brachten darin mit ihrem kuwaitischen Kollegen Scheich Sabah Al-Khaled Al-Sabah ihre "tiefe Sorge" zum Ausdruck. Tillerson war zu Gesprächen über die Katar-Krise nach Kuwait gereist, das in dem Konflikt als Vermittler auftritt; anschließend will er zudem Gespräche in Katar und Saudi-Arabien führen.

10.000 US-Soldaten in Katar

Die USA befürchten, dass die Krise ihre militärische Präsenz und ihren Antiterrorkampf in der Region beeinträchtigen könnte. Katar ist für sie ein wichtiger Verbündeter. Dort befindet sich der größte US-Militärstützpunkt der Region: die Luftwaffenbasis Al-Udeid mit mehr als 10.000 stationierten US-Soldaten.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den kleinen, aber gas- und devisenreichen Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran und die Unterstützung von Terrorgruppen vor – was das Emirat als Propaganda zurückweist. Eine Liste mit 13 Forderungen, darunter auch die Schließung des Nachrichtensenders Al Jazeera, wies Katar zurück.