US-Vizepräsident Mike Pence ist auf die angekündigte Verringerung des US-Botschaftspersonals in Russland eingegangen. "Die jüngste von Moskau ergriffene diplomatische Maßnahme wird die Vereinigten Staaten von Amerika nicht von der Verpflichtung für unsere Sicherheit, die Sicherheit unserer Verbündeten und die Sicherheit der freiheitsliebenden Nationen auf der ganzen Welt abhalten", sagte Pence bei seinem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Dort traf er sich mit den Präsidenten von Estland, Lettland und Litauen.

US-Präsident Donald Trump habe für die baltischen Länder eine "einfache Botschaft", sagte Pence. Diese laute: "Wir stehen hinter euch." Die USA stünden auf der Seite der Menschen und Nationen im Baltikum, versicherte Pence, der den baltischen Ländern eine noch stärkere Partnerschaft und höhere Verteidigungsausgaben in Aussicht stellte. Im Verhältnis zu Russland hoffe die US-Regierung aber zugleich "auf bessere Tage".

Als Reaktion auf neue US-Sanktionen hatte der russische Präsident Wladimir Putin am Sonntag eine deutliche Verringerung des diplomatischen Personals in Russland angeordnet. 755 Mitarbeiter der US-Vertretungen müssten "ihre Aktivitäten in Russland einstellen", sagte Putin in einem Fernsehinterview. An der US-Botschaft in Moskau und den Generalkonsulaten arbeiten nach verschiedenen Übersichten zwischen 1.200 und 1.300 Menschen. Nur etwa ein Viertel von ihnen sind entsandte Diplomaten. Die von Putin genannte Zahl lässt sich demnach nicht erfüllen, wenn nur US-Diplomaten abgezogen werden. Es müssten auch russische Angestellte entlassen werden. 

Das russische Außenministerium hatte am Freitag verkündet, dass die USA die Zahl ihrer Mitarbeiter in Russland bis zum 1. September auf 455 reduzieren sollen. Konkrete Namen seien den Amerikanern nicht genannt worden, sagte ein russischer Diplomat der russischen Agentur Tass. "Vorgegeben ist, dass sie sich an das Limit halten. Wie sie das machen, ist ihre Sache."

Die neuen US-Sanktionen hatte der Senat mit einer großer Mehrheit beschlossen. Sie sind noch nicht in Kraft, US-Präsident Trump hatte jedoch angekündigt, sie zu unterzeichnen.  

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte die geplanten Sanktionen als illegal kritisiert. Die Sanktionen würden auch deutsche und europäische Unternehmen treffen. "Die Amerikaner können nicht deutsche Unternehmen bestrafen, weil die sich in einem anderen Land wirtschaftlich betätigen", sagte Zypries. Die EU habe mehrfach dafür geworben, dass die Amerikaner die Linie der gemeinsamen Sanktionen nicht verlassen. "Leider tun sie es doch. Deshalb ist es richtig, wenn die EU-Kommission jetzt Gegenmaßnahmen prüft."