Die deutsche Marine hat erneut Hunderte Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Am Mittwoch wurden 919 in Not geratene Menschen an Bord eines Bundeswehr-Versorgungsschiffs genommen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Tender Rhein ist im Rahmen der EU-Marinemission Sophia im Mittelmeer im Einsatz.

Die Geretteten sollen nun in einen süditalienischen Hafen gebracht und den dortigen Behörden übergeben werden. Insgesamt barg die Marine der Bundeswehr damit seit Beginn des Einsatzes vor über zwei Jahren 21.200 Menschen aus Seenot im Mittelmeer.

Die Lage in Italien ist derzeit dramatisch: Tausende Flüchtlinge kommen dort täglich über das Mittelmeer an. In der Kritik stehen dabei auch private Hilfsorganisationen. Italien und andere EU-Staaten werfen ihnen vor, das Geschäft der Schleuserbanden in Libyen zu erleichtern.

Als Folge des Bürgerkriegs gibt es in dem nordafrikanischen Land keinen funktionierenden Grenzschutz. Im Schnitt kamen in den vergangenen Monaten je mehr als zehntausend Migranten über Libyen nach Italien. Die Lage dort hatte sich zuletzt so stark verschärft, dass sich die Regierung in Rom an der Kapazitätsgrenze sieht. Seit Jahresbeginn erreichten laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mehr als 86.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer das Land. Dies ist fast ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als 2.200 Menschen starben dieses Jahr bereits auf der gefährlichen Reise.