Eine Umfrage bestätigt, was viele als gefühlte Wahrheit bereits wahrgenommen haben: In den USA lebende Muslime sind unzufrieden mit dem politischen Kurs, den Präsident Donald Trump seit seiner Amtseinführung eingeschlagen hat. Einer Umfrage des Pew Research Centers zufolge sehen gut zwei Drittel der amerikanischen Muslime die politischen Entwicklungen der vergangenen sechs Monate kritisch. Drei Viertel der Befragten sind außerdem der Ansicht, dass der Präsident ihrer Religion gegenüber unfreundlich eingestellt ist.

Der Umfrage zufolge fühlt es sich für viele der Befragten immer schwerer an, ein Muslim in den USA zu sein. 62 Prozent der Befragten sind demnach der Auffassung, dass ihre Mitbürger den Islam nicht als Teil der Leitkultur der amerikanischen Gesellschaft sehen. Knapp die Hälfte der Befragten gaben an, in den vergangenen 12 Monaten mindestens ein Mal diskriminiert worden zu sein.

Das Meinungsbild von Muslimen hat sich damit seit 2011 stark verändert: Unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama die Mehrheit der Muslime der Auffassung, der politische Kurs des Landes ginge in die richtige Richtung und 64 Prozent der Befragten empfanden den Präsidenten als freundlich gegenüber Muslimen.

Es ist nicht neu, dass sich Muslime in den USA kritisch gegenüber einem Republikaner im Weißen Haus zeigen. Tatsächlich steht die muslimische Bevölkerung laut der aktuellen Pew-Umfrage der politischen Führung Trumps nicht skeptischer gegenüber als der von George W. Bush während seiner zweiten Amtszeit. 

Ein Großteil der Muslime sind stolze Amerikaner

Muslime in den USA sind aber nicht nur unzufrieden: 89 Prozent sind sowohl stolz, Amerikaner als auch Muslim sein. Der Großteil ist zufrieden mit seinem Leben und glaubt weiterhin an den amerikanischen Traum. Rund 70 Prozent wünscht sich, durch harte Arbeit Karriere in den USA zu machen.

Auch gab knapp die Hälfte der Befragten an, Unterstützung von Amerikanern wegen ihrer Religion bekommen zu haben. Rund 55 Prozent sagten, ihre Landesmänner seien generell freundlich gegenüber amerikanischen Muslimen. Rund 14 Prozent empfanden sie als unfreundlich.

Die Umfrage, die per Telefon zwischen Januar und Mai 2017 durchgeführt wurde, bezieht sich auf Befragungen von rund 1.000 amerikanischen Muslimen. Es ist die dritte Erhebung nach 2007 und 2011.

Muslime sind mit etwa einem Prozent der Bevölkerung derzeit die drittgrößte Religionsgemeinschaft in den USA nach Christen und Juden. Eine Erhebung des Pew-Forschungsinstituts kam 2016 zu dem Ergebnis, dass Muslime bis 2035 als Folge hoher Geburtenraten und wachsender Einwanderung zur zweitgrößten Religionsgemeinschaft in den USA aufsteigen könnten.