Neben mehreren Kongressausschüssen gehen auch die Bundespolizei FBI und ein Sonderermittler dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Regierung in Moskau während des Wahlkampfs nach. Zwar wollte sich ein Sprecher Muellers mit Verweis auf die laufende Untersuchung nicht zu den E-Mails äußern. Doch ist seit Anfang des Jahres bekannt, dass die US-Geheimdienste davon überzeugt sind, dass die russische Regierung hinter den Hackerangriffen auf die Demokraten und das Clinton-Team steckte und die Wahl zugunsten Trumps beeinflussen wollte.

Putin hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen, zuletzt bei seinem Treffen mit Trump am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. Der US-Präsident sagte, er habe Putin "nachdrücklich" auf die Vorwürfe angesprochen. Doch sei es jetzt an der Zeit, "konstruktiv" mit der russischen Regierung zusammenzuarbeiten.

Demokraten haben keine Zweifel mehr

In den USA sehen sich führende Demokraten nach der Veröffentlichung von Trump Jr. in ihrem Glauben bestätigt, dass Donald Trumps Team im Wahlkampf Hilfe der russischen Regierung angenommen hat. Der demokratische Senator Ron Wyden, ein Mitglied des Geheimdienstausschusses, sagte: "Diese E-Mails zeigen, dass es nicht länger fraglich ist, ob dieses Wahlkampfteam plante, sich mit einer feindlichen Macht abzusprechen, um die amerikanische Demokratie zu untergraben."

Das Weiße Haus äußerte sich nicht weiter zu den Berichten um Trumps Sohn. Mark Corallo aus Trumps Anwaltsteam sagte, der US-Präsident habe nichts von dem Treffen gewusst und auch nicht daran teilgenommen. Vizepräsident Mike Pence ließ über einen Sprecher mitteilen, das Treffen habe vor seiner Zeit im Trump-Team stattgefunden. Pence konzentriere sich nicht auf den zurückliegenden Wahlkampf, sagte der Sprecher weiter.

Auch Trump Jr. ist darum bemüht, die Begegnung herunterzuspielen. Die Medien und die Demokraten hätten es extrem auf die "Russlandgeschichte" abgesehen, schrieb er auf Twitter. "Wenn dieses Nonsens-Treffen alles ist, was sie nach einem Jahr haben, verstehe ich die Verzweiflung!" Sein Anwalt sagte der New York Times, sein Mandant habe nichts Falsches getan, werde aber mit den Ermittlern zusammenarbeiten, sollten sie ihn kontaktieren.