Die USA haben ihren Nato-Partner Türkei für die Veröffentlichung von Informationen über die Stützpunkte US-amerikanischer Soldaten in Syrien kritisiert. Die USA könnten zwar nicht klären, wer der Hinweisgeber für den entsprechenden Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu gewesen sei, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Aber wir wären sehr besorgt, wenn Vertreter eines Nato-Verbündeten unsere Soldaten gezielt in Gefahr bringen würden, indem sie sensible Informationen veröffentlichen würden."

Anadolu hatte am Dienstag die Stützpunkte von zehn US-Militärposten in Nordsyrien genannt. In einigen Fällen wurde auch die genaue Zahl der dort stationierten Soldaten aus den USA und Frankreich genannt. Die Veröffentlichung setze die Koalitionskräfte unnötigen Risiken aus, sagte der Sprecher. Das könne dazu führen, dass die Einsätze zur Niederschlagung der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) gestört würden.

Die USA liegen mit dem Nato-Partner Türkei seit Langem im Streit. US-Präsident Donald Trump unterstützt die im Kampf gegen den IS verbündete syrische Kurdenmiliz YPG auch mit Waffen. Die Türkei dagegen betrachtet die YPG als verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die sie bekämpft.

Zudem weigern sich die USA, den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen auszuliefern, den der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan als Drahtzieher des Putschversuchs Mitte 2016 sieht. Zudem ist die Türkei verärgert, weil die USA Haftbefehle gegen mehrere türkische Personenschützer ausgestellt haben. Sie werden beschuldigt, bei Erdoğans USA-Besuch Mitte Mai gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen zu sein.