Die Nato hat im Streit um Besuchsverbote für Bundestagsabgeordnete auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Konya deutschen Forderungen nach einer Verlegung der dortigen Awacs-Mission eine Absage erteilt. Man hoffe, dass Deutschland und die Türkei einen gemeinsamen Termin für einen Besuch finden werden, sagte Nato-Sprecher Piers Cazalet. Einfluss auf die Aufklärungsflüge habe der Streit bisher nicht gehabt. Zwar würden alle Nato-Missionen und Aktivitäten regelmäßig überprüft, aktuell stehe aber kein Abzug aus Konya zur Debatte, sagte Cazalet.

Am Freitag war bekannt geworden, dass die türkische Regierung Besuche deutscher Abgeordneter in Konya derzeit verweigert. Als Grund führt sie die angespannten Beziehungen zu Deutschland an. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, hatte die Nato aufgefordert, den Stützpunkt in ein anderes Partnerland zu verlegen, wenn die Türkei nicht einlenke. Die Nato müsse klarstellen, dass ein Besuchsverbot nicht akzeptabel sei, sagte Bartels der Passauer Neuen Presse.

Wegen eines ebenfalls von der Türkei ausgesprochenen Besuchsverbots auf dem türkischen Stützpunkt Incirlik hat die Bundesregierung bereits beschlossen, Tornado-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug nach Jordanien zu verlegen. Anders als in Konya waren die Maschinen nicht in einem Nato-Einsatz.

Im Rahmen des Awacs-Einsatzes liefern die am Stützpunkt in Konya stationierten Flugzeuge für die Anti-IS-Koalition Lagebilder aus dem Luftraum über Syrien und dem Irak und dirigieren Flugzeuge außerhalb von Kampfeinsätzen. Die Bundeswehr stellt ein Drittel der Besatzungsmitglieder.