Bei US-Senator John McCain ist Krebs diagnostiziert worden. Der 80-Jährige habe einen Hirntumor, teilte sein Büro in Washington mit. Zuletzt waren die Beratungen des US-Kongresses über eine Reform des Gesundheitssystems verschoben worden, weil McCain sich wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste.  

Im Zuge dieser Operation entdeckten die Ärzte den Hirntumor. Nach Angaben seines Büros wurde er vollständig entfernt. Die Ärzte des Senators sagten demnach, dass er sich von der Operation "erstaunlich gut" erholt habe und seine Gesundheit exzellent ist. McCain sei "guter Dinge" und "zuversichtlich, dass eine künftige Behandlung wirksam sein wird". Wann McCain in den US-Senat in Washington zurückkehren könne, müsse er noch mit seinen Ärzten klären.

In einer Erklärung der Mayo Clinic in Phoenix heißt es, es habe sich bei dem Tumor um ein Glioblastom gehandelt. "Der Senator und seine Familie prüfen nun weitere Behandlungsoptionen", hieß es. Möglich sei eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung.

McCain gehört zu den einflussreichsten US-Republikanern. Das Ansehen des Präsidentschaftskandidaten von 2008 beruht nicht zuletzt auf seiner Teilnahme am Vietnamkrieg. Dabei war McCain 1967 in Gefangenschaft geraten und gefoltert worden. Erst nach rund fünf Jahren kam er wieder frei. An US-Präsident Donald Trump übt McCain immer wieder offen Kritik.

Trump wünschte McCain eine baldige Genesung. Sein Parteifreund sei schon immer ein Kämpfer gewesen, erklärte Trump. Er bete gemeinsam mit First Lady Melania für McCain und dessen Familie. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama meldete sich: "Der Krebs weiß nicht, mit wem er es hier zu tun hat. Mach ihm die Hölle heiß, John", sagte er.

McCain kündigte an, baldmöglichst wieder Politik zu machen. Er werde etwas länger in seiner Heimat bleiben und sich behandeln lassen, aber dann zurückkehren, sagte McCains bester Freund in der Kongresskammer, Senator Lindsey Graham. Das habe er ihm in einem Telefonat versichert. Anschließend hätten die beiden über die Gesundheitsgesetzgebung und einen Gesetzentwurf in der Verteidigungspolitik gesprochen.