Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat den Konflikt mit der Farc-Guerilla offiziell für beendet erklärt. Die Rebellen hatten zuvor ihre letzten Waffen und den letzten Sprengstoff an Vertreter der Vereinten Nationen abgegeben. "Mit dieser Waffenabgabe endet der Konflikt wirklich und im Leben unserer Nation beginnt eine neue Ära", sagte Santos. "Jetzt können wir Teile des Landes entwickeln, die wir nie entwickeln konnten."

Die Entwaffnung war ein Teil des Friedensabkommens, das Regierung und Rebellen im vergangenen November abgeschlossen hatten. Nach Angaben des Chefs der UN-Mission, Jean Arnault, haben Vertreter der UN seit Jahresbeginn 8.112 Waffen und 1,3 Millionen Patronen eingesammelt. Etwa 6.800 Kämpfer sollen nun gemäß dem Abkommen in das zivile Leben zurückkehren. Die linksgerichtete Farc will in wenigen Wochen eine Partei gründen.

Das Abkommen hatte zu Konflikten in der kolumbianischen Gesellschaft geführt, ein erster Entwurf war in einem Referendum gescheitert. Den Gegnern gingen unter anderem die Strafen nicht weit genug. Der Kongress billigte dann einen zweiten Entwurf. Für seine Aussöhnungspolitik erhielt Santos im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis.

In dem Konflikt mit der Farc seit 1964 waren mehr als 260.000 Menschen getötet worden. Gräueltaten wurden in dem Bürgerkrieg von allen Parteien begangen. Etwa sieben Millionen Menschen ergriffen die Flucht, mehr als 60.000 werden noch vermisst.