Die libanesische Armee hat am Samstagmorgen einen Großangriff gegen den Islamischen Staat (IS) gestartet. Das berichtete das libanesische Militär in einer Pressekonferenz. Der Angriff richtet sich gegen IS-Kämpfer, die sich im Nordosten des Libanon an der libanesisch-syrischen Grenze im Karamun-Gebirge verschanzen. Der IS kontrolliert dort am Rand der Grenzstädte Ras Baalbek und Al-Kaa Gebiete auf libanesischem Terrain. Das Ziel sei laut der Militärführung den IS zu zerstören und das Gebiet bis zur syrischen Grenze wieder einzunehmen.

Das Karamun-Gebirge

Gleichzeitig mit der libanesischen Armee griffen auch Truppen der Hisbollah-Miliz und des syrischen Militär die IS-Kämpfer von der syrischen Seite aus an. Unklar ist, mit wem das libanesische Militär den Angriff abgesprochen hat. So sagte ein Sprecher der libanesischen Armee, die Offensive sei weder mit Hisbollah noch mit den Truppen des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad abgesprochen. Ein Kommandant der mit der syrischen Regierung verbündeten Militärallianz sagte dagegen, sie hätten sich mit dem Libanon abgestimmt. Die Hisbollah-Miliz kämpft aufseiten der syrischen Armee gegen IS-Kämpfer und syrische Rebellen.

Der Libanon ist vom Bürgerkrieg in Syrien stark betroffen, da laut offiziellen Schätzungen über eine Millionen syrische Flüchtlinge in dem Land leben. Erst Ende Juni sprengten sich in Al-Kaa mehrere Selbstmordattentäter in die Luft und töteten mindestens fünf Menschen. Die Sicherheitslage ist so schlecht, dass die Anwohner dort bereits Bürgermilizen gebildet haben.