US-Außenminister Rex Tillerson hat einen Appell an die Führung Nordkoreas gerichtet und bekräftigt, dass die USA nicht ihren Sturz beabsichtigten. "Wir streben keinen Regimewechsel an", sagte Tillerson in Washington.

Auch arbeiteten die USA nicht auf "eine beschleunigte Wiedervereinigung" von Nord- und Südkorea hin. Ebenso wenig suche die Regierung in Washington einen Vorwand, um ihr Militär Richtung Norden zu schicken. "Wir sind nicht euer Feind", sagte der Außenminister. "Aber Sie stellen für uns eine nicht hinnehmbare Bedrohung dar, und darauf müssen wir antworten." Tillerson forderte die Regierung in Pjöngjang erneut auf, ihr atomares Raketenprogramm zu beenden.

Die US-Regierung sei weiterhin zu Gesprächen mit der nordkoreanischen Führung bereit, wenn diese akzeptiere, dass sie abrüsten müsse. Am Wochenende hatten die USA allerdings die internationalen Gespräche mit Nordkorea für beendet erklärt. 

"Nordkorea muss gestoppt werden"

Das Regime in Pjöngjang hatte zuvor erneut eine Interkontinentalrakete getestet. Diese könnte nach Einschätzung von Experten sogar New York erreichen. Unklar ist allerdings, ob dies auch der Fall wäre, wenn die Rakete mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt würde. Man wolle "friedlichen Druck" auf Nordkorea ausüben, um die Regierung zu diplomatischen Gesprächen zu bewegen, sagte Tillerson.

Nach den Worten des republikanischen US-Senators Lindsey Graham ist Präsident Donald Trump jedoch auch bereit zum Krieg mit Nordkorea. Der Abgeordnete sagte dem Fernsehsender NBC, Trump habe ihm versichert, dass er vor einer militärischen Antwort auf die jüngsten Raketentests durch das Regime in Pjöngjang nicht zurückschrecke. "Es wird einen Krieg mit Nordkorea wegen des Raketenprogramms geben, wenn sie weiterhin versuchen, Amerika mit einer Interkontinentalrakete zu treffen", sagte Graham nach Gesprächen mit Trump. Der Präsident habe ihm dies gesagt und er glaube ihm. "Wenn ich China wäre, würde ich ihm auch glauben und etwas unternehmen." Nordkorea müsse gestoppt werden, militärisch oder diplomatisch.

US-Präsident Trump hatte China vorgeworfen, nichts gegen die fortwährenden Provokationen seines Verbündeten Nordkorea zu unternehmen. Tillerson äußerte sich diplomatischer: Nicht China sei für die Situation in Nordkorea verantwortlich, sondern allein die Nordkoreaner seien für diese Situation verantwortlich zu machen. Gleichwohl habe China eine besondere Beziehung zu Nordkorea und Möglichkeiten der Einflussnahme, über die kein anderer Staat verfüge.