Das FBI hat den Wohnsitz des früheren Wahlkampfmanagers von Donald Trump, Paul Manafort, durchsucht. Nach Informationen der Washington Post wurde die Razzia von FBI-Sonderermittler Robert Mueller angeordnet und fand in den frühen Morgenstunden des 26. Juli statt. Dies wollte ein Sprecher Manaforts nicht bestätigen, sondern sagte lediglich, dieser habe sich kooperativ gezeigt, als die Beamten mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür standen. 

Das FBI ermittelt gegen Manafort wegen dessen Geschäften in der Ukraine und seiner Arbeit für den früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Außerdem ist Manafort im Visier von FBI-Sonderermittler Robert Mueller, der die mutmaßliche Beeinflussung der US-Wahl durch Russland sowie mögliche Absprachen zwischen russischen Akteuren und Trumps Wahlkampfteam untersucht. Ziel soll es gewesen sein, einen Wahlsieg der Demokratin Hillary Clinton zu verhindern. Manafort soll im Mittelpunkt dieser Ermittlungen stehen.

Nach Informationen der New York Times beschlagnahmten die FBI-Ermittler in Manaforts Anwesen in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia Steuerunterlagen sowie Dokumente mit Bezug zu ausländischen Banken. Am Tag zuvor hatte der Lobbyist vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats in vertraulicher Sitzung ausgesagt.

Manafort verfügt seit Jahrzehnten über gute politische Verbindungen, ihm werden auch enge Kontakte nach Russland nachgesagt. Von Juni bis August 2016 hatte er den Wahlkampf Trumps geleitet, bevor der heutige Präsident ihn wegen seiner undurchsichtigen Kontakte zur früheren pro-russischen Regierung in der Ukraine entlassen musste.   

Manafort soll seinen Einfluss genutzt haben, um Russlands Interessen in der Ukraine zu unterstützen. Er war auch einer der Teilnehmer bei dem Treffen von Trumps Sohn Donald Junior und Schwiegersohn Jared Kushner im Juni 2016 mit einer russischen Anwältin. Sie soll angeblich belastendes Material über Hillary Clinton in Aussicht gestellt haben.

Wenig später musste Manafort den Job als Wahlkampfchef des damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump aufgeben. Grund war aber nicht dieses Treffen, das erst später bekannt wurde, sondern seine frühere mutmaßlich hoch dotierte Lobby-Arbeit für die Janukowitsch-Regierung in den USA. Zudem arbeitete Manafort in den 2000er Jahren heimlich als Lobbyist für den russischen Aluminiumindustriellen Oleg Deripaska. Ihm soll Manafort angeboten haben, politische Entscheidungsträger, Unternehmer und Journalisten innerhalb der USA, Europas und der ehemaligen Sowjetrepubliken zugunsten der Regierung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu beeinflussen.