US-Präsident Donald Trump entlässt seinen umstrittenen Chefberater Steve Bannon. Das bestätigte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders. Zuvor hatte die New York Times darüber berichtet.

Bannon will sich allerdings weiter für Trump stark machen. "Wenn es da draußen Verwirrung geben sollte, lassen Sie mich das klar stellen: Ich verlasse das Weiße Haus und ziehe für Trump gegen seine Widersacher in den Krieg", sagte Bannon der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dies richte sich gegen Trumps Gegner "im Kapitol, in den Medien, in Amerikas Unternehmen".

Der ehemalige Chef des rechten Newsblogs Breitbart hatte Trump in dessen Präsidentschaftswahlkampf unterstützt – und war nach Trumps Amtseinführung zum führenden Berater im Weißen Haus ernannt worden. Bannon gilt als Vertreter der sogenannten Alt-Right-Bewegung, ihm wird ideologische Nähe zu Rechtsextremen nachgesagt.

Nach der Entlassung von Stabschef Reince Priebus und Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci ist die Trennung von Bannon der dritte große Personalumbau innerhalb weniger Wochen im direkten Umfeld des US-Präsidenten.

Stand die Trennung bereits fest?

US-Medien berichteten, dass Bannon möglicherweise bereits vor mehr als einer Woche seine Kündigung eingereicht habe und das Trump-Team freiwillig verlasse. Die offizielle Bekanntgabe habe sich durch die Tumulte in Charlottesville vergangene Woche verzögert. Nachdem dort eine Demonstration von Rassisten eskaliert war, hatte Donald Trump in mehreren umstrittenen Statements den linken Gegendemonstranten eine Mitschuld an den Ereignissen gegeben. Führende Republikaner distanzierten sich von Trump, auch aus der Wirtschaft gab es starke Kritik.

Bannon gilt als Verfechter von Trumps protektionistischer "America first"-Wirtschaftspolitik. Innerhalb von Trumps Kabinett war er in letzter Zeit zunehmend isoliert. Er stand im Verdacht, Details aus der Regierung an die Medien weitergegeben zu haben.

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In dieser Woche hatte Bannon dem liberalen Magazin American Prospect ein Interview gegeben. Darin lästerte er nicht nur über seine Kollegen in Trumps Team. Er kritisierte außerdem die Strategie der US-Regierung im Umgang mit Nordkorea. Nachdem er dafür in die Kritik geraten war, verteidigte Bannon sich: Er habe geglaubt, es habe sich um ein vertrauliches Gespräch mit dem Journalisten gehandelt – ein Vorfall, der laut US-Medienberichten möglicherweise den letzten Ausschlag für die Entlassung gab.