Wegen zwei tödlichen Unfällen von US-Kriegsschiffen im Pazifik hat der zuständige Kommandeur der Siebten Flotte, Vizeadmiral Joseph Aucoin, seinen Posten verloren. Der Kommandeur der gesamten Pazifikflotte, Admiral Scott Swift, begründete dies damit, dass er in seinen Vizeadmiral kein Vertrauen mehr habe. Aucoin stand seit zwei Jahren an der Spitze der Siebten Flotte der US Navy, die ihren Stützpunkt in der japanischen Stadt Yokosuka hat.

Die USA wollen in einer umfangreichen Untersuchung aufklären, welche Ursachen hinter den Schiffsunglücken der vergangenen Monate stehen. Am Montag war der Zerstörer USS John S. McCain nahe Singapur mit dem Tanker Alnic MC kollidiert, der unter der Flagge Liberias fährt. Zehn Seeleute wurden nach dem Unglück zunächst als vermisst gemeldet. Im Inneren des schwer beschädigten Zerstörers wurden inzwischen die Leichen von mehreren Soldaten entdeckt. Ein weiterer Toter wurde in der Nähe des Unglücksorts aus dem Wasser geborgen. Die Gesamtzahl der Opfer ist noch nicht bekannt, die Suche laufe noch, teilten die Behörden mit.

Bereits Mitte Juni waren sieben US-Soldaten beim Zusammenstoß des Zerstörers USS Fitzgerald mit einem Containerschiff getötet worden. Im Pazifik ereigneten sich in den vergangenen Monaten zwei weitere Zwischenfälle, die glimpflicher ausgingen. Im Januar lief die USS Antietam unweit von ihrem Stützpunkt in Japan auf Grund, im Mai stieß die USS Lake Champlain mit einem südkoreanischen Fischerboot zusammen.

Cyberattacke als Ursache?

Der Chef der US-Marineoperationen, Admiral John Richardson, schloss nicht aus, dass auch eine Cyberattacke hinter dem jüngsten Unglück stehen könnte. "Wir gehen allen Eventualitäten nach", sagte Richardson. Das habe er schon im Fall der USS Fitzgerald gemacht. Mit den Besatzungen der Kriegsschiffe seien außerdem Beratungen über die Arbeitsweise auf den Schiffen einberufen worden, um mögliche Fehlerquellen ausfindig zu machen.

Die Siebte Flotte ist das Herzstück der US-Militärpräsenz in Asien. Zu ihr gehören etwa 70 Schiffe, darunter ein Flugzeugträger, außerdem rund 140 Flugzeuge und Hubschrauber sowie 20.000 Soldaten. Die Flotte deckt von Stützpunkten in Japan, Südkorea und Singapur aus ein Gebiet von 124 Millionen Quadratkilometern ab. Aucoin wurde im September 2015 als Kommandeur berufen; er war seit fast vier Jahrzehnten bei der US-Marine und sollte laut US-Medienberichten bald pensioniert werden. Zu seinem kommissarischen Nachfolger wurde Vizeadmiral Phil Sawyer ernannt. Zur Pazifikflotte gehört auch noch die Dritte Flotte, die im zentralen und östlichen Teil des Pazifik navigiert.