Australien verschärft den Schutz seiner Grenzen deutlich: An wichtigen Transitflughäfen seien Verbindungsoffiziere des australischen Grenzschutzes im Einsatz, um sogenannte unerwünschte Personen an der Einreise zu hindern, sagte Peter Dutton, Minister für Grenzschutz und Einwanderung, in einem Interview im Frühstücksfernsehen Today Show des Nine Network. Der Wortlaut des Interviews wurde auf der Website des Ministeriums veröffentlicht.

Die Verbindungsoffiziere an Flughäfen wie Dubai, Kuala Lumpur, Jakarta oder Seoul würden bei der Einschätzung des Gefahrenpotenzials von Passagieren eng mit den Fluggesellschaften und den örtlichen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten, sagte Dutton. Ziel dieses "australischen Modells" sei es, potenziell gefährliche Personen am Besteigen von Flugzeugen zu hindern und so Australien sicherer zu machen. Das Land wolle damit nicht nur die Terrorgefahr vermindern, sagte Dutton, sondern auch Leute abweisen, die mit organisierter Kriminalität zu tun hätten, mit Drogenschmuggel oder mit Pädophilie.

Rechtsextreme Gruppen und rechte Parteien wie One Nation sind in Australien populär geworden. Unter diesem Druck verschärft die australische Regierung auch die Einreise-, Einwanderungs- und Asylgesetzgebung. So müssen Asylbewerber in Australien bis zum 1. Oktober dieses Jahres ihren Asylantrag stellen oder umgehend das Land verlassen. Bootsflüchtlinge werden nicht ins Land gelassen und stattdessen in Lagern in Papua-Neuguinea und in Nauru interniert.

Einbürgerung wird ebenfalls erschwert

Für eine Einbürgerung in Australien sollen Migranten in Zukunft nachweisen müssen, dass sie mindestens vier Jahre legal im Land gelebt haben – statt wie bisher ein Jahr. Zudem sollen sie einen strengen Englischtest bestehen und ein Bekenntnis zu "australischen Werten" ablegen müssen. Die Bestimmungen für Arbeitsvisa wurden bereits verschärft. Fachkräfte aus dem Ausland müssen in Zukunft mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen. Australische Unternehmer müssen höhere Abgaben bezahlen, wenn sie ausländische Arbeitnehmer einstellen.

Kritiker werfen der Regierung in Canberra vor, sich mit ihrer isolationistischen Einwanderungspolitik nach dem Vorbild von US-Präsident Donald Trump dem Rechtspopulismus in ihren jeweiligen Ländern zu beugen.