US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Ergebnis der Bundestagswahl und einem erneuten Regierungsauftrag gratuliert. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert über Twitter mit. Im Mittelpunkt des Gesprächs habe demnach aber die derzeitige Krise um Nordkorea gestanden.

Das Gespräch wurde auch von der US-Regierung bestätigt, Angaben zum Inhalt des Gesprächs gab es aber keine. Vor Journalisten sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders, dass der Präsident und die Kanzlerin "gestern oder heute Morgen" telefoniert hätten. Die Regierung wolle dazu noch eine Pressemitteilung veröffentlichen.

Die Bundeskanzlerin habe sich erneut für eine friedliche Beilegung des Konflikts mit Nordkorea ausgesprochen. Merkel und Trump seien sich einigt, dass der diplomatische und wirtschaftliche Druck auf das Regime intensiviert werden müsse. Es müssten "alle Mittel zur friedlichen Beilegung des Konflikts genutzt werden", sagte Merkel.

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea hatten sich in den zurückliegenden Wochen deutlich verschärft. Während seiner Rede vor den Vereinten Nationen drohte der US-Präsident mit der "vollständigen Vernichtung" Nordkoreas. Pjöngjang ließ die Welt kurz darauf wissen, dass es die Worte Trumps als Kriegserklärung wertete.

Bei dem Telefongespräch ging es laut Seibert zudem um die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran. Die Bundeskanzlerin betonte dabei die Wichtigkeit des Abkommens. Sie sehe es als "ein wichtiges Instrument" an, um die nukleare Bewaffnung des Irans zu verhindern. Die US-Regierung hatte zuletzt eine Neuverhandlung gefordert – die Europäer lehnen das weiterhin ab.

Die Bundeskanzlerin und der Präsident seien sich dem Sprecher zufolge aber einig gewesen, dass die negative Rolle des Irans etwa in Syrien oder im Libanon ebenso wie seine fortgesetzte Nichtanerkennung des Existenzrechts des Staates Israel inakzeptabel sei. Es bedürfe einer "möglichst geschlossenen Reaktion der internationalen Gemeinschaft" auf das iranische Raketenprogramm, sagte Seibert. Diese sei "nicht in Übereinstimmung mit der Entscheidung des UN-Sicherheitsrates".