Bei den Gesprächen zur Überarbeitung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta gibt es den Delegationsteilnehmern zufolge Fortschritte. Und das bereits nach der dritten von sieben geplanten Verhandlungsrunden, sagten die Repräsentanten von USA, Kanada und Mexiko in Ottawa. Dennoch bleibe noch viel Arbeit zu tun.

Im Zentrum der jüngsten Gespräche hätten kleine und mittlere Unternehmen gestanden. Die Delegationsteilnehmer wollten sich aber nicht zu Details äußern. Bei der kommenden Runde vom 11. bis 15. Oktober in Washington werde es hauptsächlich um Wettbewerbsfragen gehen, hieß es. Ziel ist es, die Verhandlungen bis Dezember zu beenden. Experten sagen allerdings, angesichts der Komplexität der Fragestellungen sei es unwahrscheinlich, dass es bis dahin eine Einigung gebe.

Handelsvolumen gestiegen

Nafta trat im Jahr 1994 in Kraft. Seitdem hat sich das Handelsvolumen unter den drei Mitgliedern vervierfacht. 2015 lag es bei mehr als einer Billion Dollar. Mit Einführung des Abkommen fielen bis 2008 schrittweise fast alle Zölle zwischen den Ländern weg.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Abkommen immer wieder als Desaster und drohte damit, es im Notfall aufzukündigen. Erst im April dieses Jahres entschied er, das doch nicht zu tun, sondern neu zu verhandeln.

Nach Ansicht von Nafta-Kritikern wurden Arbeitsplätze aus den USA nach Kanada und Mexiko verlagert, da dort niedrigere Löhne gezahlt würden. Auch sei es zur Abnahme von Arbeitnehmerrechten gekommen. Befürworter hingegen argumentieren, dass durch das Freihandelsabkommen in den USA Jobs entstanden seien und die Probleme im produzierenden Gewerbe auf Konkurrenz aus China zurückzuführen sind.