Das Außenministerium in Pjöngjang hat den USA vorgeworfen, eine feindselige Politik und dazu eine "hektische Sanktionskampagne" zu betreiben. "Wir werden auf die verabscheuungswürdigen Sanktionen und den Druck der USA mit unserer eigenen Art der Gegenoffensive antworten", wurde ein Ministeriumssprecher von den Staatsmedien zitiert. Welche Art von Maßnahmen ergriffen werden sollen, blieb unklar.

Die USA sollten nicht vergessen, dass Nordkorea eine "voll entwickelte Atommacht ist, die im Besitz von Interkontinentalraketen (ICBM) wie auch einer Atom- und Wasserstoffbombe" sei, hieß es. Der Kommentar bezog sich auf eine Frage zu möglichen neuen Sanktionen gegen das Land.

Die Amerikaner werfen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor, einen Krieg provozieren zu wollen und drängen im UN-Sicherheitsrat auf "größtmögliche Sanktionen". Der Rat war am Montag wegen des sechsten und bisher größten Atomtests durch Nordkorea auf Antrag der USA, Japans, Frankreichs, Großbritanniens und Südkoreas zu einer Sondersitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Atomwaffentest als weitere Verletzung internationaler Abkommen verurteilt.

Südkorea und die USA befürchten, dass Nordkorea nach zwei ICBM-Tests im Juli und dem Start einer neuerlichen Mittelstreckenrakete in der vergangenen Woche, die dabei über Japan hinweg in den Pazifik flog, schon bald weitere Raketenversuche unternehmen wird.

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet

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Das Risiko eines Nuklear-Konflikts mit Nordkorea hatte UN-Chef Guterres am Dienstag in New York als "gefährlichste Krise der Welt" bezeichnet und gesagt: "Die möglichen Konsequenzen einer Militäraktion sind zu schrecklich."

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In reiste nach Wladiwostok, wo er vor Beginn eines regionalen Wirtschaftsforums mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auch über den eskalierenden Nordkorea-Konflikt reden wollte. Putin hatte am Vortag in der südchinesischen Hafenstadt Xiamen vor einer "globalen Katastrophe und vielen Opfern" gewarnt. Er rief nachdrücklich zu Verhandlungen auf.

Zu den härteren Maßnahmen gegen Nordkorea, über die Sicherheitsrat abstimmen soll, gehört auf Wunsch der USA vor allem eine Aussetzung der Öllieferungen aus China nach Nordkorea. Peking, das wie Moskau zu Zurückhaltung mahnt, befürchtet einen Kollaps des Nachbarlandes mit unkalkulierbaren Folgen.