Die Todesumstände des US-Studenten Otto Warmbier, der monatelang in Nordkorea inhaftiert war, bleiben weiterhin ungeklärt. Sie könne nicht endgültig feststellen, was den tödlichen Gehirnschaden Warmbiers verursacht habe, sagte die Gerichtsmedizinerin Lakshmi Sammarco. Man werde nie wissen, was vorgefallen sei, "es sei denn, dass diejenigen, die dabei waren, es uns sagen". Warmbiers Leichnam hatte kleinere Wunden aufgewiesen, die laut Sammarco bis auf eine Ausnahme von medizinischen Geräten stammen könnten.

Die Eltern des Studenten hatten dem TV-Sender Fox News am Dienstag gesagt, Nordkorea habe ihren Sohn gefoltert und ihn "zerstört". Auch US-Präsident Donald Trump schrieb anschließend auf Twitter, der Student sei gefoltert worden. Nordkorea bestreitet das. Die Gerichtsmedizinerin sagte, es gebe keine "wissenschaftliche Fakten", um Warmbiers mysteriösen Tod zu erklären. 

Die Familie des Studenten hatte einer Autopsie nicht zugestimmt. Sammarco erklärte, ihre Ergebnisse stammten von einem ausführlichen medizinischen Scanning und einer "virtuellen Autopsie".

Warmbier war während einer Nordkorea-Reise im März 2016 zu 15 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt worden. Ihm war vorgeworfen worden, ein Propagandaposter gestohlen zu haben. Er fiel ins Koma und wurde schließlich "aus humanitären Gründen" freigelassen. Zurück in den USA stellten die dortigen Ärzte Hirnschädigungen fest, wie sie durch einen Sauerstoffentzug auftreten können. Ende Juni starb Warmbier in seiner Heimat im US-Bundesstaat Ohio.