Myanmar hat die Kritik der internationalen Gemeinschaft zurückgewiesen, wonach das Land in Südostasien eine "ethnische Säuberung" an der muslimischen Minderheit der Rohingya betreibe. "Die führenden Politiker in Myanmar haben lange für Freiheit und Menschenrechte gekämpft. Wir tun alles, um einen Völkermord zu verhindern und werden eine solche Politik nicht unterstützen", sagte Myanmars UN-Botschafter Hau Do Suan vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Mehr als 400.000 Muslime sind seit Ende August aus Myanmar geflohen. Die meisten von ihnen befinden sich im benachbarten Bangladesch. Menschenrechtsorganisationen berichten, dass Rohingya in ihrer Heimat systematisch verfolgt und unterdrückt werden. Insbesondere im Bundesstaat Rakhine soll das Militär brutal gegen die muslimische Minderheit vorgehen.

Vor einer Woche hatte Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi öffentlich die Gewalt gegen die Rohingya verurteilt. In einer Ansprache kritisierte sie "Menschenrechtsverletzungen" im Bundesstaat Rakhine und versicherte, dass sie mit "allen Menschen" mitfühle, die von dem Konflikt betroffen seien. Myanmar solle nicht wegen unterschiedlicher Religionen gespalten sein, sagte Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin versprach, sich für eine friedliche Lösung der Situation einzusetzen. Zuvor war kritisiert worden, dass sie zu lange geschwiegen habe.

Armee wirft muslimischer Rebellengruppe Terror vor

Die Armee Myanmars wirft der muslimischen Rebellengruppe ARSA (Arakan Rohingya Salvation Army) Terror vor. Neben Muslimen befinden sich laut Militär auch Buddhisten und Hindus auf der Flucht.

Nach Angaben der Armee wurden im Norden Rakhines in einem Massengrab 17 Leichen entdeckt. Dem Militär zufolge handelt es sich um Hindus, die bei einem Überfall von ARSA-Rebellen getötet worden waren. Insgesamt seien schon 45 Tote gefunden worden. Eine unabhängige Überprüfung ist nicht möglich, weil Myanmar die Krisenregion abriegelt.

Vergangene Woche hatten vor allem muslimische Länder Vorwürfe gegen die Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi erhoben, die Rohingya gezielt zu verfolgen. Am Donnerstag wird sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Thema befassen.