Im Atomstreit mit Nordkorea wollen die USA ein internationales Öl-Embargo gegen das kommunistisch regierte Land erreichen. Das geht aus einem Resolutionsentwurf hervor, der an die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in New York ging. Dem Entwurf zufolge strebt die Regierung Donald Trumps zudem an, das Vermögen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un einzufrieren. Der Sicherheitsrat soll auch darüber entscheiden, ob ein Embargo auf Textilexporte aus Nordkorea verhängt werden soll.

Die USA, die von Großbritannien und Frankreich unterstützt werden, streben eine Abstimmung im Sicherheitsrat am Montag an. Die Vetomächte Russland und China haben bislang noch keine Zustimmung für eine weitere Sanktionsrunde signalisiert.

Das Regime in Pjöngjang hatte am Sonntag nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. Nach einer neuen Einschätzung Japans hatte diese eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen – mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen. Nach Satellitenaufnahmen, die Südkorea veröffentlichte, führte die Detonation zu Erdrutschen im Gebiet des nordkoreanischen Atomwaffentest-Geländes Punggye-ri.

Trump hatte Nordkorea in den vergangenen Wochen mit "Feuer und Wut" gedroht, sollte das Regime seine militärischen Ambitionen nicht zurückfahren. Vor der Abstimmung im US-Sicherheitsrat versuchte der US-Präsident, auch andere Staatschefs von seiner Linie zu überzeugen.  

So sagte er nach einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, dieser würde ihm in der Bewertung der Nordkorea-Krise "hundertprozentig zustimmen". Auf die Frage, ob er militärisch gegen Nordkorea vorgehen wolle, sagte Trump, dies sei "nicht unsere erste Wahl". Er fügte hinzu: "Wir werden sehen, was geschieht."

Xi mahnte in dem Telefonat eine friedliche Lösung des Konflikts an. China "besteht darauf", dass die Atomfrage durch Verhandlungen gelöst werde, gab die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Präsidenten wieder. Dialog "kombiniert mit einem Paket umfassender Maßnahmen" sei der beste Weg für eine langfristige Lösung. Es müsse auf eine friedliche Beilegung hinauslaufen.

Nach einem Gespräch Trumps mit der britischen Premierministerin Theresa May am Dienstag teilte das Weiße Haus mit, der Präsident habe gesagt, es sei jetzt nicht die Zeit dafür, mit Nordkorea zu reden. Die USA behielten sich alle Optionen vor, sich selbst und ihre Verbündeten zu verteidigen.  

Anders bewertet Russland den Konflikt. Präsident Wladimir Putin sagte, härtere Sanktionen gegen Nordkorea seien sinnlos und wirkungslos. Sie hätten keinen Einfluss auf die Regierung in Nordkorea, könnten stattdessen aber das Leiden der Bevölkerung deutlich vergrößern. Putin warb stattdessen für Gespräche mit dem Regime. Russland hat im UN-Sicherheitsrat ein Vetorecht. Macht es davon Gebrauch, kann die Resolution nicht verabschiedet werden.