Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist einem CNN-Bericht zufolge während des Wahlkampfs und auch noch Monate danach von den Behörden abgehört worden. Die Maßnahme sei auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung erfolgt, berichtet der TV-Sender unter Berufung auf drei Quellen. Ob auch Gespräche mit Trump abgehört worden seien, sei nicht bekannt.

Manafort hatte Trumps Wahlkampf von Juni bis August 2016 geleitet. Den Informationen zufolge führten die abgehörten Gespräche bei den Ermittlern zu dem Verdacht, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten Trumps in den Wahlkampf einzugreifen. Allerdings seien die Beweise dafür nicht ausreichend gewesen.

Erstmals überwacht wurde Manafort dem Bericht zufolge bereits 2014. Damals ging es laut CNN um Ermittlungen des FBI zur Arbeit von US-Beraterfirmen für die damalige Regierungspartei der Ukraine. Aus Mangel an Beweisen sei die Überwachung 2016 zunächst eingestellt worden. Auf Grundlage einer neuen Anordnung im Zusammenhang mit FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre sei die Maßnahme dann aber wieder aufgenommen und bis mindestens Anfang 2017 fortgeführt worden.    

Die Vorwürfe, wonach Trumps Wahlkampfteam in mutmaßliche Eingriffe Russlands in den US-Wahlkampf verwickelt sein soll, belasten den Präsidenten schon seit seinem Amtsantritt im Januar. Derzeit ermitteln mehrere Kongressausschüsse sowie ein vom Justizministerium eingesetzter Sonderermittler in der Sache. Ende Juli hatte das FBI den Wohnsitz Manaforts untersucht. Nach Informationen der Washington Post war die Razzia von FBI-Sonderermittler Robert Mueller angeordnet worden.

Vor Manaforts Rücktritt als Trumps Wahlkampfleiter waren mutmaßlich dubiose Transaktionen an ihn aus dem Umfeld des ukrainischen Ex-Präsidenten und Russland-Verbündeten Viktor Janukowitsch bekannt geworden. Manafort hatte zuvor als Berater in der Ukraine gearbeitet, wo er pro-russische Kräfte unterstützte. Nach ukrainischen Angaben soll Manafort dafür von Janukowitschs Partei über dubiose Wege womöglich Millionensummen bekommen haben.

Trump hatte seinem demokratischen Amtsvorgänger Barack Obama vorgeworfen, er habe während des US-Wahlkampfs heimlich Gespräche in seinem Trump Tower in New York abhören lassen. Belege für seine Vorwürfe blieb der Republikaner schuldig. Das US-Justizministerium hatte mitgeteilt, dass es dafür keine Beweise gebe.