Seine Vision stehe nicht im Widerspruch zu den Zielen der Vereinten Nationen, argumentierte Trump. "Amerika tut mehr als nur für die Werte der Charta der Vereinten Nationen zu sprechen", sagte er. "Unsere Bürger haben den höchsten Preis gezahlt, um unsere Freiheit und die Freiheit vieler Nationen, die hier in diesem Saal versammelt sind, zu verteidigen." Gleichzeitig leisteten die USA den größten finanziellen Beitrag bei den UN: Bei 193 Mitgliedsstaaten würden die USA 22 Prozent der Kosten tragen, rechnete Trump vor. Dies sei nicht nur unfair, sagte der US-Präsident. Auch wiederholte er seine Kritik an den Vereinten Nationen, die zu selten Resultate vorbringen und sich stattdessen zu sehr auf ihre Bürokratie konzentrieren würden.

Zum Konflikt in Myanmar, zu Russland und seine Haltung zum Pariser Klimaabkommen äußerte sich Trump nicht. Stattdessen forderte er die "vollständige Wiederherstellung der Demokratie und politischen Freiheit in Venezuela". Das Regime von Präsident Nicolas Maduro lasse die Menschen verhungern, so Trump. "Wir können nicht danebenstehen und zusehen", sagte er.

"Nicht in einen Krieg schlafwandeln"

Zum Auftakt der Generaldebatte hatte António Guterres in seiner ersten Rede vor dem Forum als UN-Generalsekretär vor der Gefahr eines Krieges mit Nordkorea gewarnt. "Dies ist die Zeit für hohe Staatskunst – wir dürfen nicht in einen Krieg schlafwandeln", sagte Guterres. Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm müsse mit politischen Mitteln gelöst werden, sagte Guterres. Er appellierte an den UN-Sicherheitsrat, geschlossen gegenüber dem Regime in Pjöngjang aufzutreten. In dem Gremium haben die USA, Frankreich, China, Großbritannien und Russland als ständige Mitglieder ein Vetorecht bei jeder Entscheidung.

Auf Initiative der USA hatte der Sicherheitsrat in der vergangenen Woche eine Resolution verabschiedet, die härtere Sanktionen gegen Nordkorea vorsieht. Trump hatte wiederholt gesagt, die USA hielten sich weitere, möglicherweise militärische Optionen offen.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un gibt sich von Trumps Drohungen und der Entscheidung des UN-Sicherheitsrats unbeeindruckt und treibt sein Raketen- und Atomwaffenprogramm voran. Zuletzt feuerte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg in den Pazifik – nach eigenen Angaben als Reaktion auf die jüngsten Strafmaßnahmen der Vereinten Nationen.

Die Generaldebatte der UN-Vollversammlung wird sich über die ganze Woche hinziehen. Weitere Themen werden etwa der Krieg in Syrien und die Krise in Myanmar sein.